Rembrandt grüßt
Die neue Inszenierung von «I puritani» an der Met ruft äußerst gemischte Gefühle hervor: Bewunderung für eine herausragende musikalische Darbietung, aber großes Staunen angesichts einer überladenen, aussagearmen Regie. Marco Armiliato dirigiert mit hoher stilistischer Kompetenz und mit Respekt vor den individuellen Fähigkeiten der exzellenten Sänger; er kann sich dabei auf ein bestens präpariertes Orchester verlassen.
Ganz verantwortungsbewusst hatte man sich für die Urfassung entschieden und riskierte damit den Unmut des Publikums: Gestrichen wurde die effektvolle, aber nicht originale Cabaletta «Ah! Sento, o mio bell’angelo», die in New York seit den Inszenierungen mit Beverly Sills (New York City Opera, 1974) und Joan Sutherland (Met, 1976) vom Publikum erwartet wird. Charles Edwards, langjähriger Bühnenbildner für Peter Gelbs Lieblingsregisseur David McVicar, fügte seinem Lebenslauf nun eine Tätigkeit als Regisseur hinzu, als McVicar zögerte, die Produktion zu übernehmen. Gelb versprach eine «Retro»-Inszenierung, was sich jedoch nur visuell bewahrheitete. Im Vergleich zu den Aufführungen mit Sills und Sutherland ist das von Rembrandt inspirierte Bühnenbild zu Beginn als ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 60
von David Shengold
Die Geschichte um das Konzert im Jahre 1995 ist besser als der Abend selbst. Llangollen in der Grafschaft Denbighshire im Nordosten von Wales – kaum einer kennt dieses Örtchen. Für Fernando Pavarotti bekam es allerdings eine immense Bedeutung und auch für seinen damals 19-jährigen Sohn Luciano. Beide nahmen 1955 als Mitglieder der Società Corale Gioachino Rossini...
Oper oder Oratorium? Das ist hier, da ein biblischer Hintergrund fehlt, nicht die Frage. Bei dem Werk, das am 19. Februar 1736 vor illustrem Publikum im Covent Garden Theatre zu London aus der Taufe gehoben wurde, handelt es sich entschieden um eine Ode. Schon die Vorlage, John Drydens «Alexander’s Feast; or the Power of Musick», war, wenngleich nur in barock...
Was kommt
Kunst der Tiefe
Spektakulär sind seine Regie -arbeiten nur selten. Dafür aber immer höchst präzise und dem vorliegenden Werk würdevoll verpflichtet. Ingo Kerkhof zählt damit zu den interessantesten Vertretern seiner Zunft. Nur eben nicht zu den lautesten. Ein nachdenklicher Mann, dem die Welt nicht zu Füßen liegt, der sie aber gerade deswegen umso...
