Rembrandt grüßt

Bellini: I puritani an der Metropolitan Opera New York

Opernwelt - Logo

Die neue Inszenierung von «I puritani» an der Met ruft äußerst gemischte Gefühle hervor: Bewunderung für eine herausragende musikalische Darbietung, aber großes Staunen angesichts einer überladenen, aussagearmen Regie. Marco Armiliato dirigiert mit hoher stilistischer Kompetenz und mit Respekt vor den individuellen Fähigkeiten der exzellenten Sänger; er kann sich dabei auf ein bestens präpariertes Orchester verlassen.

Ganz verantwortungsbewusst hatte man sich für die Urfassung entschieden und riskierte damit den Unmut des Publikums: Gestrichen wurde die effektvolle, aber nicht originale Cabaletta «Ah! Sento, o mio bell’angelo», die in New York seit den Inszenierungen mit Beverly Sills (New York City Opera, 1974) und Joan Sutherland (Met, 1976) vom Publikum erwartet wird. Charles Edwards, langjähriger Bühnenbildner für Peter Gelbs Lieblingsregisseur David McVicar, fügte seinem Lebenslauf nun eine Tätigkeit als Regisseur hinzu, als McVicar zögerte, die Produktion zu übernehmen. Gelb versprach eine «Retro»-Inszenierung, was sich jedoch nur visuell bewahrheitete. Im   Vergleich zu den Aufführungen mit Sills und Sutherland ist das von Rembrandt inspirierte Bühnenbild zu Beginn als ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 60
von David Shengold

Weitere Beiträge
Fahr zur Hölle, Lüstling!

Wo es um Verführung geht, um sinnlich-erotisches Begehren, also um die mannigfaltigen Formen von Lust und Sexualität, war die Philosophie nie weit. Schon Platon warnte höchst eindrücklich davor, sich dem ungezügelten Verlangen hinzugeben, er plädierte für einen vernunftgesteuerten, empathischen Liebesbegriff. Auch in der Folge versuchten die Interpreten dieser...

Dracula meets Frankenstein

Hätten sich Graf Dracula und Dr. Frankenstein eigentlich verstanden, falls sie sich jemals außerhalb ihrer seit 1897 (Bram Strokers Roman «Dracula») beziehungsweise seit 1816 (Mary Shelleys Roman «Frankenstein») zwischen zwei Buchdeckeln steckenden Existenzen begegnet wären? Ewiger Blutsauger der eine, Naturwissenschaftler, Chemiker und Anatom der andere? Nach der...

Er kannte sie alle

Er war der Mann hinter den Fernsehbildern und als solcher nie zu sehen. Und wer liest am Ende einer Opern- oder Konzertübertragung schon den gesamten Abspann, wo dann irgendwann auch der Mann für die Bildregie erwähnt wird? Sehr oft, bei größeren Ereignissen fast immer, war das der Engländer Brian Large. Mehr als 800 Konzertund Opernaufnahmen gestaltete Large als...