Ein Backstein von Fakten

Viel und doch wenig: Mit dem vierten Band kommt die erste umfänglich gedachte «Geschichte der Interpretation» zum Abschluss

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Die mechanische Reproduktion auf Tonträgern kann als das wichtigste Ereignis in der Musikgeschichte seit der Erfindung der Notenschrift gelten – neben den Werken selbst ist nun auch deren Wiedergabe Gegenstand der Forschung. Die deutschsprachige Musikwissenschaft hat sich dieser Tatsache lange verschlossen. Jetzt stellt sich das von Heinz von Loesch, Rebecca Wolf und Thomas Ertelt seit 2019 herausgegebene Handbuch «Geschichte der musikalischen Interpretation im 19. und 20. Jahrhundert» dieser Aufgabe.

Die ersten drei Bände widmen sich in enzyklopädischen Artikeln der Ästhetik, den Institutionen, Medien, Aspekten und Parametern der Aufführungspraxis. Im abschließenden vierten Band wird nun erstmals der Versuch unternommen, die Geschichte der Interpretation einzelner Stücke oder Werkgruppen in ihrer Ganzheit im historischen Ablauf darzustellen, gegliedert in Zeiträumen von jeweils zwei bis drei Jahrzehnten, in die die Künstler nach ihrem Geburtsjahr eingeordnet werden – ein Backstein von Buch, das sich nicht flott herunterlesen lässt, sondern in der Fülle seiner Darstellung studiert sein will.

Ausgangspunkt ist die Geburt des bürgerlichen Subjekts und der Kunstautonomie im ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Magazin, Seite 89
von Uwe Schweikert

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