Trostlos, aber mit Groove

Filastine, Selim, Arnold: Ali BRÜSSEL | THÉÂTRE LA MONNAIE

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Als Ali in Brüssel ankommt, hat niemand auf ihn gewartet. Er ist einer von vielen sogenannten «unbegleiteten Minderjährigen». Und dann auch noch aus Somalia. Das sind die, die man so schlecht abschieben könne, verkündet eine zynische Europa-Freiheitsstatuen-Chimäre in einer der stärksten Szenen des Abends. Raphaële Green singt sie mit warmem Mezzo. Alis Geschichte ist singulär, aber kein Einzelfall. Während die Musik ein Versprechen auf ein Happy End zuflüstert, sagt eine Einblendung auf der Bühne etwas anderes. Ein großer Teil der Asylanträge wird abgelehnt.

Das Publikum erfährt nicht, ob und wie Ali in der belgischen Gesellschaft ankommt. Aber es erfährt ein bisschen mehr darüber, wer ein «Ali» sein kann.

Für das Théâtre La Monnaie geht die Rechnung auf: Neue Stoffe locken neues Publikum an. Selbst bei der vorerst letzten Vorstellung ist die Hütte voll. Und solch eine Diversität erlebt man in der Oper selten, auch wenn das Wort so aufgeladen ist, dass es rechts wie links zerrissen wird. Das Libretto stammt vom spanischen Regisseur Ricard Soler Mallol und von Ali Abdi Omar, dessen Vornamen Titel und Hauptfigur tragen. Der nicht-fiktive Ali zeigt sich allerdings nicht in der ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Anna Chernomordik

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