Freiheit und Freiheitsliebe

Französische Perlen: Rameaus «Pygmalion» und die Ersteinspielung von Isos «Zémide»

Opernwelt - Logo

Ein Blick in den Werkkatalog Jean-Philippe Rameaus zeigt die enorme Vielfalt seiner Arbeiten für das Musiktheater. Neben abendfüllenden Tragédies en musique, Balletten, Divertissements und Pastoralen stehen mehrere Einakter unterschiedlichster Art. Das bekannteste und schon zu Lebzeiten des Komponisten erfolgreichste Werk dieser Art ist der Acte de ballet «Pygmalion» aus dem Jahr 1748. Die Gattungsbezeichnung ist etwas missverständlich, denn obwohl dieses Werk einige Tänze enthält, wird in ihm vor allem gesungen.

Erzählt wird die in Ovids «Metamorphosen» überlieferte Geschichte des antiken Bildhauers Pygmalion, der sich in eine von ihm selbst erschaffene Frauenstatue verliebt und diese zum Leben erweckt.

Rameau hat zu den Versen von Sylvain Ballot de Sauvot eine Musik von faszinierendem Einfallsreichtum geschrieben. Reinoud Van Mechelen singt die für Rameaus Lieblingssänger, den Haute-Contre Pierre Jélyotte, komponierte Titelpartie traumhaft sicher bis in die höchsten Lagen, klanglich fein ausdifferenziert und virtuos im anspruchsvollen Schlussgesang. Virginie Thomas findet für die zum Leben erwachte Statue genau den richtigen Ton, Ema Nikolovska als Pygmalions Frau Céphise und ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Medien, Seite 38
von Thomas Seedorf

Weitere Beiträge
Vorschau und Impressum Opernwelt 1/26

Blutjung
Ein genialer Kopf, dem nur wenig Lebenszeit vergönnt war: der Dirigent und Komponist Peter Ronnefeld. 1965 starb er mit 30 Jahren, gerade Generalmusikdirektor in Kiel, ein Mann für kommende, große Aufgaben. Die Oper Bonn, wo er 1961 Chefdirigent wurde, macht sich nun um den vom Vergessen bedrohten Künstler verdient und setzt sein Bühnenwerk «Die Ameise»...

Das Leben selbst

In der ersten Pause dieses fünfstündigen Abends suchen einige Besucher das Weite. Das ist durchaus verständlich, vor allem, wenn man ganz unvorbereitet in die Aufführung geht: Eine Frau sitzt auf einem Leuchtturm und gebiert ein Kind. Und später noch eines. Davor betreten Heinzelmännchen und andere seltsame Gestalten die Bühne, singen und bewegen sich eigenwillig....

Ein Meilenstein

Schon lange ist das Grabsingen an der letzten Ruhestätte Wagners hinter «Wahnfried» Tradition. Alljährlich versammelt sich dort der Bayreuther Festspielchor zu Festivalbeginn. Wagners Grab stellt der Regisseur Manuel Schmitt nun im «Lohengrin» auf die Bühne. Dort spielt sich ein Prozess ab – in einem von Kriegsschäden gezeichneten Gerichtsgebäude. Das Verfahren um...