Traum, Schatten, Stille
Alexander Puschkin ist gerade mal 31 Lenze alt, da schreibt er ein Gedicht, das in seiner gedankenschweren Melancholie klingt wie der Abschiedsgruß eines Lebensmüden. «Der irren Jahre längst vergangene Lust / Liegt lastend wie ein Rausch auf meiner Brust. / Doch wird, wie Wein, der Schmerz, den ich erfahren, / Nur stärker noch und schwerer mit den Jahren.
/ Mein Weg ist dunkel Leiden und Beschwer / Droht mir der Zukunft sturmbewegtes Meer …» Puschkin konnte zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen, dass ihm in der Tat nur noch sieben Jahre auf Erden blieben; umso prophetischer klingt die zweite Strophe des Gedichts «Elegie»: «Doch möchte ich, o Freunde, noch nicht scheiden: / Will leben, um zu denken und zu leiden; / Ich weiß, noch manche Lust liegt mir bereit / Inmitten Unrast, Schmerz und Traurigkeit; / Ich werde wieder Harmonien trinken / Und weinend über Traumgebilde sinken, / Und sterb ich dann, geschieht’s, dass mir vielleicht, / Die Liebe licht ein letzten Lächeln reicht.«
Valentin Silvestrov hat diese Verse vertont, und hört man seine «Elegie», dann wird erneut deutlich, worin die eigenwillige Originalität dieses Komponisten besteht: in der Zurücknahme, in der Konzentration des ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Medien, Seite 27
von Olga Myschkina
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Bremen ist das Bundesland mit der höchsten Armutsquote. Was das mit Oper zu tun hat und speziell mit «La Bohème»? Aus dem deprimierenden Ranking zieht Alize Zandwijk für ihre Inszenierung am dortigen Theater einen bemerkenswerten Schluss: Sie kooperiert mit der ortsansässigen Tafel – jener Organisation, die überschüssige Lebensmittel einsammelt, um sie an...
