Unterbelichtet

Puccini: La Bohème am Theater Bremen

Opernwelt - Logo

Bremen ist das Bundesland mit der höchsten Armutsquote. Was das mit Oper zu tun hat und speziell mit «La Bohème»? Aus dem deprimierenden Ranking zieht Alize Zandwijk für ihre Inszenierung am dortigen Theater einen bemerkenswerten Schluss: Sie kooperiert mit der ortsansässigen Tafel – jener Organisation, die überschüssige Lebensmittel einsammelt, um sie an Bedürftige weiterzugeben. Das sieht in der Praxis so aus, dass alle Theaterbesucher gebeten werden, zu den «Bohème»-Vorstellungen Kaffee, Tee, Reis, Nudeln, Konserven, Kekse oder Schokolade mitzubringen.

Außerdem werden die eingesammelten Waren, bevor sie an Bedürftige weitergegeben werden, ins Bühnenbild integriert; denn das zweite Bild spielt nicht vor dem Pariser Café Momus, sondern in der nachempfundenen Lebensmittel-Verteilungsstelle der Bremer Tafel (Bühne: Theun Mosk). Armut wird damit zu einem für das Publikum hautnah spürbaren Element dieser Produktion.

Die Idee, dass künstlerische mit sozialen Belangen verbunden werden, dürfte einmalig sein und ist ebenso bemerkens- wie nachahmenswert. Der Rest allerdings ist – leider – Konvention. Zandwijk, die als Leiterin des Bremer Schauspiels eine differenzierte Personenführung ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Gerhart Asche

Weitere Beiträge
In himmlischen Gefilden

Der Autor blieb anonym. Das aber hinderte Johann Sebastian Bach keineswegs, dessen Verse über einen Sünder, der durch Jesu Trost Fürsprache und Frieden bei Gott findet, für seine Kantate «Allein zu dir, Herr Jesu Christ» zu verwenden, die anno domini 1724, genauer: am 13. Sonntag nach Trinitatis, in der Leipziger Thomaskirche aufgeführt wurde. Vor allem das dritte...

Personalien, Meldungen 2/25

JUBILARE

Heinz Zednik, der am 21. Februar 1940 in Wien geboren wurde, war einer der führenden Charaktertenöre des 20. Jahrhunderts. Nach einem Gesangsstudium am Konservatorium seiner Heimatstadt erhielt er sein erstes Engagement 1964 am Opernhaus Graz. Schon ein Jahr später wechselte er an die Wiener Staatsoper, wo er 1980 zum Kammersänger und 1994 zum...

Gegen die Vergänglichkeit

Der wichtigste Protagonist bleibt ungesehen. Weder im Klappentext noch im Hauptteil des Bildbandes «Through the Looking Glass», der Arbeiten des Münchner Theaterphotographen Wilfried Hösl aus 39 Jahren dokumentiert, ist sein Porträt zu sehen. So bleibt der Mann hinter der Kamera ohne Gesicht, dessen Bilder zwei Generationen von Theater-, Ballett- und Operngängern...