Der unteilbare Himmel
Der König ist geschlagen. Auf die Knie gezwungen. Gedemütigt von der Dame, die keine Dame ist, sondern – das Duett des zweiten Akts zwischen Tochter und Vater (das einzige im gesamten Stück) ist musikalischer Beweis genug – ein machthungriges Monster. Nun sitzt er da auf einem Stuhl, einen Strick mit Halsschlinge über und ein Schild mit der Aufschrift «Non son più re, son dio» vor sich, und singt sich die ganze Traurigkeit der Welt und sämtliche Schmerzen von der Seele.
Giuseppe Verdi hat dem Titelhelden seiner 1842 am Teatro alla Scala uraufgeführten Oper «Nabucco» zu Beginn des vierten Akts dafür eine Musik von geradezu himmlischer Schönheit geschenkt – zunächst die abwechselnd von Streichertupfern und heftig aufbrausenden Tutti-Tonleitern unterlegte, in einen Trauermarsch mündende Szene «Son pur queste mie membra» (mit der subversiv-subtilen Banda aus dem Off), dann, als sich Nabucco dem Gott der Juden zuwendet, ein lichtes F-Dur-Largo, das den entthronten Herrscher von seinem Wahn befreit.
Aber ist dieser Mann überhaupt wahnsinnig? War er es je? Ben Baur hat da so seine Zweifel. Für ihn ist Nabucco, den Stefano Meo mit satt-warmen Farben ausstattet, vielmehr ein typischer ...
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Opernwelt Februar 2025
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Jürgen Otten
arte
02.02. – 02.20 Uhr
Lisa Batiashvili und Deutsches Symphonie-Orchester Berlin
Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin gab am 15. März 2022 in der Berliner Philharmonie unter der Leitung von Alan Gilbert ein Solidaritätskonzert für die Ukraine. Mitwirkende waren an diesem Abend mit Werken von Bach, Dvořák, Loboda und Verdi die Geigerin Lisa Batiashvili, die...
Das Theater Regensburg nimmt seit der Spielzeit 2022/23, dem Beginn der Intendanz von Sebastian Ritschel, verstärkt politische oder soziale zeitgenössische Themen in Uraufführungen oder deutschsprachigen Erstaufführungen auf den Musiktheater-Spielplan. Ende Februar bringt das Haus als Auftragswerk «Die wunderbaren Jahre» von Torsten Rasch zur Uraufführung auf der...
Naturgemäß sah man bei einigen während der Aufführung und in der Pause Naserümpfen. Klar, Jan Philipp Glogers Neuinszenierung des operettigen Kultstücks ist eigenwillig, wobei er es bei ein paar Spitzen gegen das Genre belässt und vor allem das Problem «Übertourismus» im Blick hat. Da wird einem dann auch mal eine treffende Passage von Hans Magnus Enzensberger um...
