Trapp, trapp, trapp
Offenbachs Opéra bouffe «Die Banditen» steht zu Unrecht im Schatten bekannterer Hits aus seiner Feder – sie ist selbst einer. Musikalisch zeigt sich eine Perlenkette mit raffinierten Chören («Sie trappen, sie trappen, sie trappen, sie trappen, sie trappen!») und Ensembles, wie es jener vom «Mozart des Champs-Élysées» kultivierten Form einer Edeloperette würdig ist. Inhaltlich ist das kregel, respektlos und nah am politischen Kabarett – als Letzteres zeigten sich «Die Banditen» zur Wendezeit an der Komischen Oper Berlin in Harry Kupfers Regie.
Die Räuberbande, die dem Werk (scheinbar) den Titel gibt, findet ihre Meister in korrupten Politikern, namentlich einem gewissen Antonio, der am Hof von Mantua Geld in großem Stil veruntreut hat. Es ist exakt das Geld, welches die rechtschaffenen Räuber stehlen wollten, ihre Entrüstung ist entsprechend groß. Die wahren Verbrecher sitzen also woanders und vielleicht auch in den Pariser Opernlogen. Es mag sein, dass das köstliche Werk, 1869 uraufgeführt, in der Spätzeit der Regierung von Napoléon III unbequem wirkte.
An der Oper Frankfurt, keinem operettenseligen Ort, steht es etwas quer zum Programm, Regisseurin Katharina Thoma hat hier aber ...
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Opernwelt März 2024
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Judith von Sternburg
Nachts, so heißt es, seien alle Katzen grau. Auch in einer Bibliothek. Doch manchmal huschen auch kleine Kobolde durch das Reich der Göttin Nyx, zumindest in Romanen, die «Mitternachtskinder» heißen und aus der Feder eines der größten Erzähler-Phantasten unserer Zeit stammen. Salman Rushdies Roman aus dem Jahr 1981 ist zum Verlieben schön. Aber ist es auch einer...
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Ein Märchen ist ein Märchen. In diesem besonderen Fall zwar eines für Erwachsene, aber doch für solche, die im Innersten Kinder geblieben sind. Wo in der Fabel für die echten Kleinen die Prinzessin und der Prinz sich suchen und nach einigen Prüfungen dann auch finden, sind es hier die Kaiserin und der Kaiser, die als namenlose Idealgestalten traumverloren über die...
