Toulouse, Cherubini: Medea

Der Sieg des Gesangs

Opernwelt - Logo

Die Wiedergeburt von Cherubinis «Medea» (in der französischen Urfassung mit Dialogen «Médée») auf dem Musiktheater wird gemeinhin dem stimmlichen und darstellerischen Parforceritt der Maria Callas zugeschrieben. Sie hat die Partie in den fünfziger Jahren nach Mailand an verschiedenen italienischen und internationalen Bühnen gesungen. Seither erscheint das 1797 in Paris uraufgeführte Werk meist immer dann auf dem Spielplan, wenn ein Operntheater glaubt, die geeignete Interpretin zu besitzen.

Die Namensreihe der Cherubini-Medea-Darstellerinnen liest sich dabei wie ein kleiner Sängerinnen-Gotha: Inge Borkh (furios-erschreckend), Leonie Rysanek (grandios überwältigend), Anja Silja (aufregende Fortissimo-Rachefurie), Gwyneth Jones (expressiv-hochdramatisch), Katia Ricciarelli (zu sanft-wohltönend). Weitere Namen: Gerda Lammers, Rita Gorr, Antigone Sgourda, Cristina Deutekom, Sylvia Sass – es gäbe noch mehr!
Jetzt ist die Italienerin Anna Caterina Antonacci in die hohe Versammlung großer Medea-Sängerinnen eingetreten, und auch, wenn man den Verklärungsfaktor, der vergangene Zeiten oft grandioser erscheinen lässt, als sie vielleicht in Wirklichkeit waren, in Betracht zieht, möchte man ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2005
Rubrik: panorama, Seite 48
von Gerhard Rohde

Vergriffen
Weitere Beiträge
«Und lieblich brüllt das Ostervieh»

Die Zeitungen waren voll davon: «Nahezu offiziersmäßig», so staunte ein Rezensent, ritt im Salzburger «Rosenkavalier» Angelika Kirchschlager als Octavian auf einem «leibhaftigen Schimmel» zum zweiten Akt ein. Nun scheint es freilich nicht gar so überraschend, dass eine sportliche junge Sängerin keine Angst vor einem – vom Reitknecht am Zügel geführten – Pferd hat....

Zürich, Rimsky- Korsakow: Die Zarenbraut

Warum «Die Zarenbraut»? Weil der Komponist sie seinem Sohn gegenüber als sein gelungenstes Werk bezeichnete? Weil Rimsky-Korsakow im bunten Repertoire des Zürcher Opernhauses noch fehlt? Da gäbe es faszinierendere Alternativen!
«Die Zarenbraut» ist eine überaus herkömmliche Nummernoper, deren angeblich lyrischer Charakter sich mehr auf die Eigenpropagierung des...

Flensburg, d'Albert: Tiefland

Noch vor fünfzig Jahren gehörte d’Alberts «Tiefland» – genau wie Flotows «Martha» und Lortzings «Undine» – zum unverzichtbaren Standardrepertoire des deutschen Stadttheaters. Nachdem diese Werke, nicht zuletzt auf Grund einer wohl durch die Achtundsechziger ausgelösten Intellektualisierung des Musiktheaters, fast vollständig von unseren Spielplänen verschwunden...