Der Tor und der Tod
Sonderlich beliebt sind sie nicht, die alten Schweden. Fragt man in Stockholm nach nationalen Klassikern des Tonsatzes, kommen Einschätzungen wie «nicht wirklich gut» (der Komponist Anders Hillborg über den Komponisten Kurt Atterberg) oder das Bekenntnis «klingt mit Retuschen besser» (der Dirigent Manfred Honeck über den Komponisten Franz Berwald). Unverdrossen jedoch bringt das von Honeck geleitete Schwedische Radio-Sinfonieorchester in der Berwald-Halle – ja, so heißt sie – auch hausgemachte Werke zu Gehör.
Schade nur, dass das im Ausland kaum einer merkt, obwohl die Übertragungen nach eigenen Angaben jährlich achtzig Millionen Hörer in Europa erreichen.
«Schwedische Künstler sind ein bisschen faul», seufzt selbstironisch der Komponist Thomas Jennefelt, der wie Hillborg 1954 geboren wurde. «Allerdings weiß man hierzulande sehr genau, wie Geld gemacht wird», wofür Jennefelt folgendes Muster analysiert: Man kombiniere Rohstoffe zu billigen Massenprodukten und verkaufe diese unter vier einprägsamen Buchstaben – siehe Ikea, siehe Abba. Kollege Hillborg erklärt diesen Hang zur Oberflächlichkeit mit der Geschichte eines Landes, das wegen politischer Dominanz keine Nationalbewegung ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Alles ist Spaß auf Erden»: Aus dem Falstaff-Motto hatte Peter Konwitschny 2001 in Graz einen herrlich tristen Theaterabend gezaubert. Die Wehmut war heiter am Ende der Intendanz von Gerhard Brunner. Das Konzept mischte die Analyse des Stückes mit der Liebeserklärung an ein Theater und mit einer saftigen Portion Kulturpessimismus. Die Bühne bestand eigentlich nur...
Man wüsste es ja wirklich gern, was den Zauber der Musik ausmacht, von dem alle sprechen. Fredrik Zeller auch, sagt er zumindest. Magie und Musik will er kombinieren und hat darum ein «Musiktheater» geschrieben – wie sich in letzter Zeit die neuen Werke für die Opernbühne gern nennen –, das den schönen Titel «Zaubern» trägt. Es wurde als Auftragskomposition der...
Was eine Oper sei? Seit den Tagen Monteverdis wird über diese Frage rechtschaffen gestritten; und vor allem die Debatte darüber, ob ein Oratorium fürs Musiktheater tauge oder nicht, hat die Disputanten stets zu neuen Argumenten beflügelt. Im Falle von Robert Schumanns «Der Rose Pilgerfahrt» allerdings schien es bislang Common Sense zu sein, dass dieses letzte der...
