Die Erstplatzierten Cho ChanHee und Svetlina Stoyanova; Foto: Wettbewerb/Besim Mazhiqi
Tor zur Welt
Vor der Endrunde herrscht in der Gütersloher Stadthalle hinter der Bühne aufgekratzte Stimmung. Die zehn Finalisten huschen festlich aufgerüscht, summend und trillernd in die Maske, schließlich wird das Finale live im Internet gestreamt. Legerer sind die Verlierer der letzten Runden, die noch vor Ort sind und alles andere als Missgunst verbreiten. Sondern Solidarität und unterstützende Anteilnahme zeigen. Bei «Neue Stimmen» ist es üblich, dass alle Teilnehmer bis zum Finale vor Ort bleiben.
Denn der vor 30 Jahren von Liz Mohn ins Leben gerufene Wettbewerb versteht sich als karrierebegleitende Institution für junge Sänger. Auftrittstrainings, Beratungen durch die Jury und Workshops säumen die Ausscheidungen, die sich über eine Woche ziehen. In der Jury sitzen weder Hochschulprofessoren noch Sänger, sondern überwiegend Intendanten. Seit fünf Jahren ist Dominique Meyer, Intendant der Wiener Staatsoper, Präsident der Jury: «Es wird immer internationaler, jetzt kommen verstärkt Teilnehmer aus China und Südafrika, erstmals sogar aus Thailand.» Nicht wenige Finalisten des Wettbewerbs haben Karriere gemacht: Vesselina Kasarova, René Pape, Franco Fagioli, um nur einige zu nennen.
Die ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 75
von Regine Müller
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Die Donaueschinger Musiktage werden getragen vom Südwestrundfunk. Als eines der letzten Feigenblätter vertreten sie den Kulturauftrag der Öffentlich-Rechtlichen. Alle Festivalkonzerte werden als Mitschnitt gesendet, sechs davon live. Wunderbar!
Wer aber, beispielsweise nachts, auf der Autobahn, einer dieser Übertragungen lauscht, der sieht sich plötzlich...
Natur, Heimat, Seele – vermintes Motivterrain, vor allem auch im Theater, das, was idealtypische politisch-kulturelle correctness betrifft, gerne ganz vorne an steht. Das macht die aktuellen «Freischütz»-Aufführungen auch so interessant und überraschend: Man kann sich im Voraus kaum so recht ausmalen, was sich die szenografischen Interpreten wieder ausgedacht...
