Extremfall: Der Förster (Peter Schöne) als mädchenschändender Dorfpolizist in der Coburger Inszenierung von Alexandra Szemerédy und Magdolna Parditka - mit Saskia Fruntke (Terynka), Michael Lion (Pfarrer), David Zimmer (Schulmeister) und Kinderchor; Foto: Theater/ Henning Rosenbusch

Waldphilosophie

Leoš Janáčeks «Schlaues Füchslein» – ein unmögliches Kunstmärchen? Enthusiastische Notizen zur Interpretationsproblematik

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Natur, Heimat, Seele – vermintes Motivterrain, vor allem auch im Theater, das, was idealtypische politisch-kulturelle correctness betrifft, gerne ganz vorne an steht. Das macht die aktuellen «Freischütz»-Aufführungen auch so interessant und überraschend: Man kann sich im Voraus kaum so recht ausmalen, was sich die szenografischen Interpreten wieder ausgedacht haben. Bieder und gemütlich wie einst – das wäre nun wirklich eine Überraschung.

Sogar Ernst Jünger hatte als einen seiner Decknamen für Hitler den «Oberförster» parat und gab sich damit den Anstrich einer rechtsintellektuell spöttischen Aufgeklärtheit, wobei er bezeichnenderweise die Dämonie aus der Wolfsschlucht- und Samielsphäre herüberzog ins Vertraute und Trauliche, zu den Landleuten, den Jägern, den Soldaten, den obrigkeitlich legitimierten Totschießern, ja, an den warmen Busen Agathens und Ännchens als den Schwestern von Eva Braun. So hatte man für den «Freischütz» und seinen traditionellen Status als deutsche Nationaloper die passende Umgebung.

Mit ihrer Wald- und Wildhaltigkeit reicht die Weberoper in ähnliche Dimensionen wie der zweite «Siegfried»-Akt oder wie Humperdincks «Hänsel und Gretel». Wald und Tiere ...

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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Hans-Klaus Jungheinrich

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Personalien | Meldungen Dezember 2017

JUBILARE

Jiří Kout wurde 1937 in Novedvory bei Prag geboren. Er studierte am dortigen Konservatorium Orgel und Orchesterleitung, gewann die Internationalen Dirigentenwettbewerbe von Besançon (1965) und Brüssel (1969). Danach war er zunächst an der Pilsener Oper tätig, ehe er 1969 als Kapellmeister ans Nationaltheater nach Prag ging. Mit dem Orchester unternahm er...

Glücksfall

Wenn im Dunstkreis Richard Wagners von Architektur die Rede ist, fällt zwangsläufig der Name Gottfried Semper: Mit dem Freund aus Tagen des Dresdner Mai-Aufstands teilte Wagner nicht nur das Schicksal des Exilanten. Gemeinsam hatte man viel über ein Festspielhaus der Zukunft nachgedacht. Sempers monumentaler Entwurf für München wurde bekanntlich nicht umgesetzt....

Blutleer

Dieser Vampir hat sein Opernpublikum lange auf sich warten lassen. Gut zehn Jahre ist es her, dass sich die Librettisten Claes Peter Hellwig und Kristian Benkö anschickten, Bram Stokers mehrfach verfilmten Roman «Dracula» (1897) für die Opernbühne einzurichten. Gemeinsam mit der seinerzeit frisch gebackenen Stockholmer Opernchefin Birgita Svendén beschlossen die...