Besonders eindrücklich: Misato Mochizukis «Têtes» mit Paul-Alexandre Dubois; Foto: SWR/Astrid Karger
Damit wir sehen, was wir hören
Die Donaueschinger Musiktage werden getragen vom Südwestrundfunk. Als eines der letzten Feigenblätter vertreten sie den Kulturauftrag der Öffentlich-Rechtlichen. Alle Festivalkonzerte werden als Mitschnitt gesendet, sechs davon live.
Wunderbar!
Wer aber, beispielsweise nachts, auf der Autobahn, einer dieser Übertragungen lauscht, der sieht sich plötzlich konfrontiert mit ketzerisch-absurden Fragen: Ist die Musik der Gegenwart im Radio überhaupt noch darstellbar? Verlangen nicht längst die Werke selbst, als instrumentales Theater oder inszeniertes Konzert, dass wir sehen, was wir hören? Wäre nicht, konsequent weitergedacht, eher das Fernsehen die probate Transfer-Plattform für all diese disparaten, grenzüberschreitenden Genres, eigentlich schon seit den Zeiten Kagels und Schnebels?
Gleichwohl hatte Björn Gottstein, künstlerischer Leiter der Musiktage, «Neue Konzertformen» für 2017 gefordert. Fast alle 20 Uraufführungen folgten dem Ruf, etliche boten Musiktheater pur. Besonders eindrücklich: «Têtes», eine «szenische Poesie» von Misato Mochizuki, perfekt performt vom Ensemble MusikFabrik. Das Stück kombiniert die japanische Tradition des Rakugo-Theaters mit der europäischen ...
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Opernwelt Dezember 2017
Rubrik: Magazin, Seite 76
von Eleonore Büning
Keine Biografie, aber auch keine der üblichen Verrechnungen von Leben und Werk, sondern den Versuch, die Eigengesetzlichkeit von Mozarts Musik in die Denkformen des 18. Jahrhunderts einzufügen, legt der Zürcher Musikwissenschaftler Laurenz Lütteken mit seinem konzentriert geschriebenen Buch vor. «Mozart und mit ihm seine Musik», so die Ausgangsthese, «existierten...
«Mozart … The supreme decorator». So lautete der Titel einer Arien-Anthologie, mit der Charles Mackerras zeigte, wie Mozart seine Musik auszierte; zum einen, um junge Sängerinnen in die Gesangskunst einzuweisen, zum anderen, um «die Expressivität oder die Brillanz einer Arie durch eine sinnvolle Hinzufügung zusätzlicher Noten, Effekte und Kadenzen zu steigern»....
Sie sind die zehnte Spielzeit fest an der Bayerischen Staatsoper, trotzdem werden Ihnen – man nehme nur gerade den Nicklausse an der Met – immer größere Seitensprünge gestattet.
Es ist die perfekte Mischung. Ich habe in München viele wunderbare Rollenchancen bekommen. Und das an einem Haus, an dem ich fast jeden mittlerweile kenne, nicht nur das künstlerische...
