Tönend bewegt

Robert Wilson schließt in Mailand mit «L’incoronazione di Poppea» seinen Monteverdi-Zyklus ab; am Pult steht Rinaldo Alessandrini

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Sechs Jahre sind verstrichen, seit die von der Mailänder Scala und der Opéra national de Paris koproduzierte Monteverdi-Trilogie mit «L’Orfeo» an den Start ging. Zwei Jahre später als geplant wurde der Zyklus nun in Mailand mit «L’incoronazione di Poppea» abgeschlossen – nach einer Voraufführung im Pariser Palais Garnier (siehe OW 8/2014). Rinaldo Alessandrini hatte das Mehr an Zeit unter anderem dafür genutzt, eine Besetzung zusammenzustellen, von der er sich intime Vertrautheit mit den stilistischen Besonderheiten, dem «italienischen» Flair des Stücks versprach.

Das ließ bereits im Vorfeld der Premiere aufhorchen. Gute Nachrichten, zumal ein anderes Monteverdi-Projekt, von René Jacobs für das Théâtre Royal de La Monnaie konzipiert, angesichts der auch in Belgien grassierenden Rotstiftpolitik unlängst vom aktuellen Brüsseler Spielplan gestrichen werden musste.

Um es vorwegzunehmen: Musikalisch blieben an der Scala so gut wie keine Wünsche offen. Alessandrini – er betreute seit 1997 insgesamt sechs Produktionen von «L’incoronazione di Poppea» und dirigierte rund 70 Vorstellungen – hatte nicht zu viel versprochen. Aus den beiden überlieferten Partituren, den Manuskripten aus Venedig ...

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Opernwelt März 2015
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Carlo Vitali

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