Die französische Romantik lebt
In Verdis «Don Carlos» hat die Macht eine Stimme. Doch anders als der Großinquisitor bleibt sein französischer Verwandter Kardinal Richelieu in diesem Stück stumm – ein dunkler Fürst, der nun, provoziert vom Marquis de Cinq-Mars, für einen Zeithauch ins Wanken gerät. Einiges erinnert bei Charles Gounod an das Kräfteviereck im populären anderen Werk.
Auch bei Gounod ist die Hauptperson zerrissen zwischen dem Hass auf einen diktatorischen Kirchenmann und einer verbotenen Liaison (mit Prinzessin Marie de Gonzague), verlassen kann sich der Marquis dabei auf den Beistand seines brüderlichen Freundes, des Consellier de Thou. 1877 kam der Vierakter «Cinq-Mars», der sich auf einen historischen Vorfall stützt, an der Opéra Comique heraus. Lyon, Brüssel, Mailand, Moskau und London interessierten sich bald dafür, bevor das Opus von den Spielplänen verschwand. Überlebt hat einzig die Arie «Nuit resplendissante», von Mezzos gern in Recitals als französische Extravaganz eingebaut.
Die Spurensucher des Palazzetto Bru Zane, das in Venedig beheimatete Zentrum für französische Romantik, haben das Opus in einer hochrespektablen Anstrengung – Partitur-Edition und CD-Aufnahme inklusive – wiederbelebt. ...
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Opernwelt März 2015
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Markus Thiel
Robert Schumann meinte zum Finale von Chopins b-Moll-Sonate ratlos-lakonisch: «Musik ist das nicht.» Was aber ist es dann? Abgründig nennt sie Victor Hugo «das Geräusch, das denkt»: der Klang als autonomes Subjekt. Beethovens Credo «Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie» hat den metaphysischen Anspruch noch einmal übersteigert: Komponieren...
Endlose Tonangeln mit einem Puschel am Schluss. Eine Personenrevue ohne durchlaufend-konsistente Handlung. Ein Opernballett-Zwitter vom Schablonenmeister des französischen Hochbarock. Kennt kein Mensch. Und doch brachten es die «Fêtes vénitiennes» des André Campra ab 1710 auf mehr als 300 Aufführungen, wobei das Werk zahllose Umarbeitungen erfuhr. Ein rauschender...
ARD-ALPHA
8.3. – 11.00 Uhr (6)
Wen-Sinn Yang spielt
Bach-Suiten. 6. Suite VI D-Dur BWV 1012.
14./28.3. – 22.00 Uhr
KlickKlack.
Musikmagazin.
15.3. – 11.00 Uhr (1)
22.3. – 11.00 Uhr (2)
22.3. – 11.00 Uhr (3)
Wiener Streichsextett.
1. Schönberg: Verklärte Nacht. 2. Brahms: Sextett für Streicher Nr. 1 B-Dur, op. 18. 3. Sextett für Streicher Nr. 2 G-Dur, op. 36.
arte
1./8.3. –...
