Theaterfest

Prokofjew: Die Liebe zu den drei Orangen am Tiroler Landestheater Innsbruck

Opernwelt - Logo

Was versprechen sie sich nicht alles vom Theater, die Tragischen, die Lyrischen, die Komischen, die Hohlköpfe und die Sonderlinge in Prokofjews «Die Liebe zu den drei Orangen»? Und können sich am Ende doch auf ein Stück einigen, das nichts anderes als die Oper selbst ist. Am Tiroler Landestheater sind sie denn auch alle willkommen: die mit den antiken Masken, die in Schäferkostümen und die, die in «ihrem» Theater lieber die Mode der 1920er-Jahre wiedersehen würde.

Stellvertretend für die unterschiedlichsten Publikumserwartungen umgeben in Jasmina Hadžiahmetovićs Inszenierung Chorund Extrachor-Gruppen den Zuschauerraum von allen Seiten. Seit dieser Spielzeit leitet die Regisseurin gemeinsam mit der Dramaturgin Katha -rina Duda in Innsbruck die Opernsparte unter der ebenfalls neuen Intendantin Irene Girkinger. Und nutzt zum Auftakt geschickt die Selbstreflexivität von Prokofjews Oper, um erstmal ein Theaterfest zu feiern, das die ganze Stadtgesellschaft einbinden soll. Gesungen wird auf Deutsch, eine örtliche Tanzgruppe, zwei blockflötenspielende Schafe und eine Blaskapelle des Tiroler Landeskonservato -riums begleiten das Publikum in den Zuschauerraum, wo die meisten Szenen der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2023
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Michael Stallknecht

Weitere Beiträge
Handwerk mit Genie

Die «Ära Mahler» an der Wiener Hofoper, die von 1897 bis 1907 dauerte, gilt nicht nur als nie wieder erreichte Glanzzeit des Hauses, sondern war zugleich ein Meilenstein der Theatergeschichte. Dabei beschränkte sich Mahlers Rolle keinesfalls auf die Ausstrahlung als Dirigent. Gerade als Direktor und Regisseur – Funktionen, die in der Mahler-Biografik stets in den...

Einmal Hölle und zurück

Madamina, il catalogo è questo»: In Simon Steen-Andersens neuem Musiktheater «Don Giovanni aux Enfers» wird Leporellos berühmte Arie nicht aufgeführt. Stattdessen erleben wir einen Katalog von derart vielen Opernzitaten, dass dieses Werk mit dem Untertitel «Aller-retour aux enfers lyriques en un acte» (Hin und zurück in die lyrische Hölle in einem Akt) beinahe wie...

Paukenschläge aus dem Paradies

Das hohe Lob stammt aus berufenem Munde: «Sie gehört zum Stamm der Pioniere, der Wegbereiter. Sie ist uns vorausgegangen, hat Bäume gefällt, Felsen gesprengt und Brücken gebaut, um den Weg freizumachen für die nach ihr Kommenden.» Es war Virginia Woolf, die diese Worte wählte, um eine der wohl erstaunlichsten Komponistinnen aller Zeiten zu beschreiben – Ethel...