Theaterfest

Prokofjew: Die Liebe zu den drei Orangen am Tiroler Landestheater Innsbruck

Opernwelt - Logo

Was versprechen sie sich nicht alles vom Theater, die Tragischen, die Lyrischen, die Komischen, die Hohlköpfe und die Sonderlinge in Prokofjews «Die Liebe zu den drei Orangen»? Und können sich am Ende doch auf ein Stück einigen, das nichts anderes als die Oper selbst ist. Am Tiroler Landestheater sind sie denn auch alle willkommen: die mit den antiken Masken, die in Schäferkostümen und die, die in «ihrem» Theater lieber die Mode der 1920er-Jahre wiedersehen würde.

Stellvertretend für die unterschiedlichsten Publikumserwartungen umgeben in Jasmina Hadžiahmetovićs Inszenierung Chorund Extrachor-Gruppen den Zuschauerraum von allen Seiten. Seit dieser Spielzeit leitet die Regisseurin gemeinsam mit der Dramaturgin Katha -rina Duda in Innsbruck die Opernsparte unter der ebenfalls neuen Intendantin Irene Girkinger. Und nutzt zum Auftakt geschickt die Selbstreflexivität von Prokofjews Oper, um erstmal ein Theaterfest zu feiern, das die ganze Stadtgesellschaft einbinden soll. Gesungen wird auf Deutsch, eine örtliche Tanzgruppe, zwei blockflötenspielende Schafe und eine Blaskapelle des Tiroler Landeskonservato -riums begleiten das Publikum in den Zuschauerraum, wo die meisten Szenen der ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt November 2023
Rubrik: Panorama, Seite 55
von Michael Stallknecht

Weitere Beiträge
In Schuberts Welt

Wer je auf dem Gipfel eines Dreitausenders (also eines auch für Normalsterbliche mit geeignetem Schuhwerk erklimmbaren Berges) gestanden und den herrlichen Blick von dort oben genossen hat, der weiß, dass das Wandern nicht nur des Müllers Lust ist, sondern eine enorme Bereicherung darstellen kann. Im besten Fall muss der Nachfahre von Wilhelm Müllers traurigem...

Das kleine Glück, so fern, so nah

Der Weltgeist thront zu Pferde. Nun ja, nicht ganz, denn das arme Tier entpuppt sich bei genauerem Hinsehen erstens als Maulesel und hat zweitens nur zwei Beine (sie gehören einem bärenstarken Statisten, der sich unter dem Leinenfell verbirgt); auch der General ist nur eine blondgescheitelte Kopie Napoleons ohne dessen majestätische Kopfbedeckung. Aber das macht...

Die Zeit der Märchen ist vorüber

Schwüles Gedünst? Es ist eher ein Hauch von Grünem Hügel, der am Theatervorplatz nahe dem Tinguely-Brunnen in der Luft liegt. Originale Nürnberger Rostbratwürste und echtes Bayreuther Bier werden da in den Pausen feilgeboten – zu Preisen, die sich von denen der Pausengastronomie der Richard-Wagner-Festspiele nicht besonders unterscheiden. Für den Besucher...