Tempo, Tempo!

Abraham: Märchen im Grand-Hotel am Theater Dortmund

Opernwelt - Logo

Krise in Hollywood! Skydance frisst Paramount, Netflix frisst Warner Brothers Discovery. Anders als in der Gegenwart belebt in der mehr als 90 Jahre alten Operette die Konkurrenz das Geschäft, anstatt es zu zermalmen. Marylou Mackintosh, der Erbin eines untergehenden Filmimperiums, droht die Heirat mit dem Erben der Konkurrenzfirma. Ein neuer Sensationserfolg soll sie und das Filmgeschäft retten. Also verkleidet sie sich als Zofe einer exilierten spanischen Infantin, die in einem Luxushotel in Frankreich residiert.

Dort findet sie Stoff für das nächste Drehbuch: Ein Kellner hat sich in die stolze Prinzessin verliebt. Aussichtslos, wäre er nicht in Wirklichkeit der Hotelerbe. Cut! Happy End.

Seit ihrer späten Deutschen Erstaufführung (2017) ist die Operette «Märchen im Grand-Hotel» auf den Spielplänen eine gute Bekannte. Ihr Erfolg ist zum wohlverdienten Epilog für das Lebens des ungarisch-jüdischen Komponisten Paul Abraham geworden. Hitlers Machtübernahme hatte die Herrschaft des Jazz-Operettenkönigs brutal beendet. Den Zweiten Weltkrieg überlebte der Komponist im Exil, sein Talent tat es nicht. Dabei überzeugt «Märchen im Grand-Hotel», 1934 in Wien uraufgeführt, mit allem, was ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 51
von Anna Chernomordik

Weitere Beiträge
Mein ewiger Traum

Die Klangwelt des hohen Nordens war immer schon etwas anders verfasst, man könnte sagen: naturhafter, ursprüng -licher. Und nur wer einmal ein, zwei Wochen in diesen arktischen Gefilden verbracht hat, wird verstehen, dass auch die zeitgenössische Musik genuin anderen Gesetzen folgt als die mitteleuropäische. Tonalität ist weder in Finnland und Schweden, noch in...

Ein paar Kurven zu viel

Ein saftig grüner Kunstrasen erstreckt sich über die gesamte Bühne. Außer dieser opulenten, an einen Sportplatz erinnernden Spielfläche gibt es in R. B. Schlathers Inszenierung von Agostino Steffanis «Amor vien dal destino» keine weitere Kulisse, sieht man von einigen Feuerschalen ab, aus denen im dritten Akt domestizierte Flammen züngeln. Es gehört zweifellos Mut...

Rembrandt grüßt

Die neue Inszenierung von «I puritani» an der Met ruft äußerst gemischte Gefühle hervor: Bewunderung für eine herausragende musikalische Darbietung, aber großes Staunen angesichts einer überladenen, aussagearmen Regie. Marco Armiliato dirigiert mit hoher stilistischer Kompetenz und mit Respekt vor den individuellen Fähigkeiten der exzellenten Sänger; er kann sich...