Tanz weckt Geschichten auf
Zukunftsmusik hat immer eine Beziehung zur Musik der Vergangenheit. Die Volksoper Wien hat eine fortlaufende Reihe an Stücken begonnen, in der Formen des Erzählens im Musiktheater untersucht werden. Ausgangspunkt ist stets die Verschmelzung bereits existierender mit neu komponierter Musik.
Musik ist in dieser Reihe nicht nur Mittel, sondern immer auch Botschaft. Letzte Spielzeit rekonstruierten wir mit «Lass uns die Welt vergessen – Volksoper 1938» den Probenprozess einer Operette, die im März 1938 von einem jüdischen Autorenteam geschrieben wurde.
Im April 2025 bringen wir nun «Nurejews Hund» zur Premiere. Ein Familienstück mit Musik und Tanz, Buch von Peter te Nuyl, frei nach einer Novelle von Elke Heidenreich, mit Musik von Keren Kagarlitsky (und darüber hinaus George Gershwin, Leonard Bernstein, Jacques Offenbach, Hector Berlioz, Léon Minkus).
Der berühmte Tänzer Rudolf Nurejew hat einen Hund, der im Ballettstudio die Tänzerinnen und Tänzer beobachtet und zu Hause die Geschichten hört, die Nurejew über sein Leben erzählt. Als Nurejew stirbt, erbt die Ballettmeisterin Marika den Hund. Der Hund knurrt sie an und wird aggressiv, das Tierheim scheint die einzige Lösung zu sein. ...
Zukunftsmusik
Das «unmögliche Kunstwerk» Oper lebt, allen Unkenrufen zum Trotz. Als Beleg mögen abseits der Pflege des kanonischen Repertoires auch und vor allem jene Stücke dienen, die sich mit der Tradition der Gattung auseinandersetzen, dabei aber neue Wege beschreiten. Um solche Werke des Musiktheaters soll es in dieser Rubrik gehen: um Uraufführungen, in denen neue Narrative kreiert werden und die Form selbst auf dem Prüfstand steht, zugleich aber auch jene Rezeption befragt wird, die sich mit der Wiederholung überlieferter Deutungsmuster begnügt. Zu Wort kommen Komponistinnen und Komponisten, Dramaturginnen und Dramaturgen sowie Dirigentinnen und Dirigenten.
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Opernwelt April 2025
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Jürgen Bauer
Auf den ersten Blick wirken seine Artefakte amorph, wie zerklüftet im Lauf der Jahre. Länger betrachtet lassen die scheibenartigen Skulpturen indes oft menschliche Gestalten erahnen, die mit der Zeit ihre Eigenart verloren haben: Gesichter, kaum noch erkennbar. Manchmal sind es derer sogar zwei. Nicht eben zufällig hat der britische Bildhauer Tony Cragg vor einigen...
Tenöre und Bässe hatten in der Barockoper nicht viel zu sagen und meist auch nur wenig zu singen. Die Stars der italienischen Opera seria waren die Kastraten. Sie verkörperten die Helden, Könige und Liebhaber, standen im Zentrum der Handlung wie der Musik, während sich die natürlichen Männerstimmen mit Nebenrollen begnügen mussten: Götter, Väter, Philosophen,...
Frau Zaharia, Ihr Weg zur Oper scheint nicht der geradlinigste gewesen zu sein. Sie haben als Pianistin begonnen und wollten dann Musikwissenschaftlerin werden. Singen war nur die dritte Option?
Und Oper die vierte. Ich habe sechzehn Jahre Klavier gelernt und ein Lehrdiplom erworben, darf also unterrichten – hoffentlich kommt es niemals dazu (lacht) … Das...
