Talentschuppen
Ein Palast im fernen Morgenland, mit einem älteren Herrscher und einer jungen Sklavin; ein Gärtner, der die Schöne mit ihrem verschollen geglaubten Liebhaber zusammenführt; eine gescheiterte Flucht, unerwartete Wendungen und ein glückliches Ende: Unweigerlich denkt man da an Wolfgang Amadeus Mozarts «Entführung aus dem Serail». Aber auch Gioachino Rossini vertonte mit der Farsa «Adina» (1818) einen ähnlichen Stoff; bestellt hatte den Einakter ein portugiesischer Geschäftsmann. Uraufgeführt wurde das reizvolle Stück am 12.
Juni 1826 in Lissabon, ehe es in der Versenkung verschwand und erst 1963 in Siena wieder ausgegraben wurde. Nun hat sich das Belcanto-Festival «Rossini in Wildbad» zum zweiten Mal nach 2012 «Adina» vorgenommen. Und dies mit gutem Grund: «Zum einen hat die Oper in der Rossini-Gesamteinspielung von Naxos noch gefehlt, zum anderen schließt die Produktion mit der erstmaligen Verwendung des Terzetts aus der Oper «La Schiava in Bagdad» von Giovanni Pacini die dramaturgische Lücke, die durch das fehlende Terzett Rossinis immer schon in dieser Farsa klaffte. Ich denke, diese Version wird sich durchsetzen», erklärt Festival-Intendant Jochen Schönleber, der auch die Regie ...
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Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Magazin, Seite 86
von Georg Rudiger
Es gibt dieses Bild. Ein Ölgemälde, gemalt hat es Paul von Joukowsky, ein Freund der Familie, im Jahre 1880. Es zeigt die Porträtierte, vor historisierend anmutender Samtportiere, in einem kostbaren Maharadscha-Gewand, als würdevolle Fürstin. Die Haltung ist stolz, der Blick offen, klar, direkt, wenngleich: eine Spur festgehalten, wie der strenge Mittelscheitel,...
Der Tod schmeckt ungewöhnlich süß. Und er leuchtet in den zartesten Farben. Jedenfalls in diesem Moment, an diesem Ort. Dabei sind die Vorhänge geschlossen im Schlafgemach der Violetta Valéry. Also muss es wohl ein himmlisches Licht sein, das in den Raum hineinfällt: engelsgleich. Giuseppe Verdi hat dafür eine göttliche Musik geschrieben, ein Andante in cmoll, das...
Der Tod verweigert seine Arbeit. Und das hat erhebliche Konsequenzen: Es kann nicht mehr gestorben werden. Was an sich (vielleicht) eine gute Botschaft wäre, hat allerdings einen kleinen Haken: Das Leiden der Menschen verringert sich keineswegs. Zumal Kaiser Overall an die Fortsetzung des Krieges mit allen Mitteln denkt. Die Dezimierung des Feindes bleibt jedoch...
