Strauss: Intermezzo
Statt der Anekdote die Beinahe-Tragödie. Statt des gemütlichen Ambientes der Garmischer Richard-Strauss-Villa der sich öffnende und schließende, der immerfort kreisende Gasometer, aus dem es für die einsame Ehefrau Christine (alias Pauline) kein Entkommen gibt. Die Zürcher «Intermezzo»-Inszenierung Jens-Daniel Herzogs in der nüchtern-sachlichen Ausstattung Mathis Neidhardts versucht, den Schwank aus dem Komponisten- und Kapellmeisterleben des Herrn Strauss/Storch auf die Höhe Ibsen’scher, Schnitzler’scher Beziehungsdramen zu hieven.
Daran verhebt sich das Produktionsteam – am hoffnungslosesten, wenn die Gattin den Gatten beim Fehltritt erwischt glaubt und Söhnchen Franzl in ihrer voreiligen Verzweiflung fast mit dem Kopfkissen erstickt: eine Medea für den Hausgebrauch.
Dabei verfängt Herzogs Arbeit durchaus in der großen Genauigkeit der Personenführung, im Ernst, mit dem sie hinter die Fassade dieser spektakulär extravertierten Ehe blickt. In seiner Finalpointe schlägt der Regisseur in stirnrunzelnder Beiläufigkeit den (eigentlich) rechten Ton an. Scheinbar definitive Versöhnung. Storch löffelt an der Festtafel allein seine Suppe. Schlägt aber auch eine Partitur auf und ...
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