Strauss: Arabella
Die Chemnitzer Oper schreckt die Nähe zur Strauss-Hochburg Dresden offenbar nicht wirklich. Nach der Wagner-Herausforderung riskiert man auch die mit Richard Strauss. Dass «Arabella» alles andere als eine angekitschte Katastrophe wurde, liegt vor allem an der Robert Schumann Philharmonie. Deren Chef Niksa Bareza weiß klug zu dosieren, versteht sich aufs musikalische Durchatmen, aber auch aufs orchestrale Glitzern und Schwelgen. Und er hat ein vorzügliches Sängerensemble. Es ist schon ein komödiantisches Kabinettstück alter Schule, wie sich Siegfried Vogel als Rittmeister a. D.
und Vater zweier unverheirateter Töchter (deren eine man sogar Kosten sparend als Buben «tarnt») mit Würde und Selbstironie durch die Salons bewegt bzw. zwischen Spieltisch und Bankrott schwankt. Es macht Freude zu sehen, wie Donna Morein als dessen Frau gleich alle Champagnergläser vom Tablett weg schlürft. Oder wie Jana Büchner als zart-eloquente Zdenka ihren schwärmerisch schmetternden Matteo (Marko Kathol) mit allerlei Tricks verführt. Und natürlich wie Jürgen Freier als kernig singender Mandryka den selbstbewussten Herren aus der Walachei gibt und dann doch die Fassung verliert.
Gewiss, Arabellas ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Wenn ein Musik-Festival schon «UltraSchall» heißt, ist es bis zur «Oper am offenen Herzen» nicht weit. Derart kalauernd haben die Autoren einer «Opernsaga» namens «Kommander Kobayashi» ihr Vorgehen beschrieben. Diagnose: OP(er) dringend erforderlich, Praxisgebühr von 13 Euro bitte an der Abendkasse entrichten. Ergebnis: Patient lebt, ist aber kaum...
Die französische Schauspielerin Sarah Bernhardt hat durch ihren Darstellungsstil nicht nur die literarische Produktion ihrer Zeit wesentlich inspiriert, sondern auch auf die italienische Oper einen großen Einfluss gehabt. Tosca, Fedora, Adriana Lecouvreur gehörten zu ihren erfolgreichsten Rollen. Ihr melodischer Sprechgesang machte deutlich, dass diese Stücke...
Man muss es nicht so drastisch formulieren wie Gerard Mortier. Der Intendant in Brüssel, Salzburg und jetzt in Paris sah sich und seine Kollegen als Täter: «Jahrelang haben wir so genannten Opernintendanten wie die Vampire frisches Lebensblut gesogen aus der Film- und Schauspielregie.» Nicht immer brachten diese Blutübertragungen den erhofften (Über-)Lebenssaft,...
