Oper am offenen Herzen
Wenn ein Musik-Festival schon «UltraSchall» heißt, ist es bis zur «Oper am offenen Herzen» nicht weit. Derart kalauernd haben die Autoren einer «Opernsaga» namens «Kommander Kobayashi» ihr Vorgehen beschrieben. Diagnose: OP(er) dringend erforderlich, Praxisgebühr von 13 Euro bitte an der Abendkasse entrichten. Ergebnis: Patient lebt, ist aber kaum wiederzuerkennen.
Der Reihe nach: Das von Deutschlandradio und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg veranstaltete hauptstädtische Avantgarde-Fest hat zwei Musiktheater-Produktionen gezeigt, die ursprünglich aus Hamburg stammen und verschiedener kaum sein könnten. Zunächst «St. Jago», vor fünfzehn Jahren entstandene «Musik und Bilder zu Kleist» von Dieter Schnebel, der in diesem Monat seinen 75. Geburtstag feiert.
In seinem Einakter stützt sich Schnebel hauptsächlich auf die Erzählung «Das Erdbeben in Chili» und stellt ihr Dokumente zu Kleists Tod voran. Trotz der beachtlichen Ausführung durch Gesangsquartett und Sprechertrio, begleitet vom Kammerensemble Neue Musik Berlin unter Steffen Tast – die «musikalische Lesung», im Programmheft als «parametral überformt» charakterisiert, geriet zäh. Das lag nicht nur an dem schuhschachteligen ...
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