Story von heute?
Ohne Umschweife: In Sachen «Così fan tutte» liegt Dortmund derzeit klar vor Gelsenkirchen. Einmal mehr zeigt sich, dass modisch modernes Ambiente (Verena Hemmerleins Tennisplatz in Gelsenkirchen) keineswegs genügt, solange es inszenatorisch nicht gefüllt wird. Regisseur Andreas Baesler lässt den Chor in Ponnelle-Manier über die Bühne wuseln (in Dortmund wird aus dem Off gesungen) und stört zentrale Arien von Fiordiligi (hervorragend: Claudia Braun) und Ferrando (sympathisch bemüht: Clemens-C. Löschmann) durch die Anweisung, Tennisbälle als Zeichen der Erregung zu schmettern.
Doch für das emotionale Quiproquo des Finales steht lediglich ein flüchtiger Händedruck. Die in Dortmund von Guglielmo gezückte Pistole ist zwar auch ein reichlich abgegriffener Coup, wirkt als Höhepunkt eines Leidens-Crescendos aber wenigstens stimmig.
Gabriele Rech geht am strengsten mit Don Alfonso ins Gericht. Der Vernunftglauben der Aufklärung allein vermag das Experiment des «alten Philosophen» heute ohnehin nicht mehr zu legitimieren. Die Regisseurin zeigt Alfonso als einen äußerlich zwar vitalen, in seiner sexuellen Manneswürde jedoch zutiefst zerrütteten Menschen, der nach Schuldigen sucht. Da hat ...
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Mozarts Briefe – man glaubt sie zu kennen, und kennt sie doch nicht. Oft wurden die «Häsle Bäsle» Briefe zitiert oder die verzweifelten Versuche des Sohnes, den Vorwürfen seines Vaters zu begegnen. Immer wieder sind sie Stoff für innovative Theaterprojekte, daneben auch Forschungsgegenstand der Musikwissenschaft, die aus Mozarts Äußerungen zu musikalischen Fragen...
Herr Schöne, im März sind Sie nach einer Vorstellung als Kurwenal im «Tristan» nach zweiunddreißig Jahren im Ensemble der Staatsoper Stuttgart verabschiedet worden: Hier gilt die gesetzliche Altersgrenze. Sie werden in Zukunft zwar gelegentlich in Stuttgart singen, auch wenn Albrecht Puhlmann in der Spielzeit 2006/07 seine Intendanz antritt – aber als Gast. Hat der...
Die wirkungsvollste und geschlossenste aller Verdi-Ouvertüren, die zur «Macht des Schicksals», beginnt mit sechs leeren Oktaven. Sechsmal der Ton «e» in Fagott, Hörnern, Trompeten und Posaunen. Sechsmal mit Akzent. Wenn dieses «e» unentschieden, orientierungslos geblasen wird, quasi als Unterbrechungsversuch des Parkett-Gemurmels, dann wird schnell ein schlechtes...
