Sterben kann ich super
Es gibt Begegnungen, die den Lauf eines ganzen Lebens prägen können. Für Helen Donath waren das ein Treffen in Texas und eine Bekanntschaft in Hannover. Immer wieder erzählt die in bescheidenen Verhältnissen aufgewachsene Sopranistin von einem Gespräch mit dem Bariton George London in ihrer Heimatstadt Corpus Christi, das den Wunsch befeuerte, ihr Sängerglück in Europa zu suchen.
Dass es in Deutschland Wirklichkeit wurde, schreibt sie nicht minder emphatisch ihrem Mann Klaus Donath zu, mit dem sie seit mehr als einem halben Jahrhundert auch eine innige künstlerische Partnerschaft verbindet. Schon 2003 klangen diese Schlüsselerlebnisse im Begleitheft einer Helen Donath gewidmeten «Opernwelt»-CD an. Kurz nach ihrem 80. Geburtstag haben wir die Künstlerin in ihrer niedersächsischen Wahlheimat besucht
Vielleicht war es ein Fehler, den Plattenschrank meiner Eltern aufzulösen und die Vinylscheiben an Musikfreunde zu verschenken, die noch einen echten turntable besaßen. Denn da hätte ich hören können, was Helen Donath alles im Studio gesungen hat: Oratorien, Messen und Kantaten von Bach (mit Karl Richter oder Eugen Jochum), Händel, Mozart, Beethoven oder Schubert; Frühbarockes von ...
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Opernwelt Jahrbuch 2020
Rubrik: Helen Donath, Seite 128
von Michael Struck-Schloen
Der 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens hat eine Debatte um seine einzige Oper neu entfacht, die spätestens seit dem 1986 erschienenen «Fidelio»-Buch von Willy Hess und der 1997 unter John Eliot Gardiner unter dem originalen Titel «Leonore» eingespielten Urfassung nicht nur Experten beschäftigt. Wie sind die vom Komponisten vorgenommenen Bearbeitungen des ersten...
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Kein anderes Werk des Standardrepertoires weckt so viel geballtes Unbehagen wie Beethovens einzige Oper «Fidelio». Gibt man nicht gleich dem Komponisten selbst die Schuld, indem man dem Theaterfremden die Begabung zum Opernschreiben rundweg abspricht, so mindestens den beteiligten Librettisten, denen es selbst in drei Anläufen nicht gelungen sei, ein dramatisch...
