Starke Stimmen

Erstmals digital, aber mit beeindruckenden künstlerischen Ergebnissen: der Bundeswettbewerb Gesang in Berlin

Zuerst hört man nur das Geräusch von zwei Paar Schuhen. Dann tauchen Schatten an der Wand auf, ein Pianist und eine Sängerin treten ins Bild. Alles ist anders bei der 49. Ausgabe des Bundeswettbewerbs Gesang in diesem Corona-Jahr. Zuhörer und Unterstützer sind nicht zugelassen bei den Finalrunden, die im Foyer der Deutschen Oper Berlin stattfinden. Dennoch können Interessierte dabei sein, via Livestream.

Bei starrer Kameraeinstellung sieht man die Auftritte der Kandidaten, während der Arien und Lieder aber zoomt Aufnahmeleiter Ben Mauser auch an die jungen Leute heran, zeigt Aufregung und Leidenschaft aus der Nähe.

Über den Sommer, in den Monaten des Hoffens und Bangens, hat Geschäftsführerin Bettina Holl ein ausgeklügeltes Hygienekonzept entworfen – und tatsächlich von den Behörden die Erlaubnis zur Durchführung des wichtigsten nationalen Gesangswettbewerbs erhalten. Die Vorauswahlen konnten erstmals nicht republikweit in diversen Theatern über die Bühne gehen, stattdessen mussten die Bewerber Aufnahmen einsenden. 306 angehende Profis im Alter zwischen 17 und 30 Jahren meldeten sich an, so viele wie noch nie.

Auch Frederic Jost wollte unbedingt dabei sein. «Wegen Corona gibt es ...

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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Frederik Hanssen

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