Cinque stelle

Sie sind dabei, dem Musiktheater in Italien auf die Sprünge zu helfen. Fünf Regisseurinnen, die ein breiter intellektueller und künstlerischer Background vereint sowie der unbedingte Wille, sich auf neue, auch ungewohnte Wege zu begeben Emma Dante, Serena Sinigaglia, Rosetta Cucchi, Silvia Paoli und Cecilia Ligorio

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Dezember 2009. «Inaugurazione» an der Mailänder Scala, die traditionelle Spielzeiteröffnung am Tag des Heiligen Ambrosius. Gespielt wird «Carmen» in großer Besetzung, mit Jonas Kaufmann, Erwin Schrott, Anita Rachvelishvili – und Daniel Barenboim am Pult. Regisseurin Emma Dante, eine Ikone des modernen italienischen Theaters, in der Oper aber Novizin, fordert den lautstarken Protest des Premierenpublikums heraus, obwohl ihre Interpretation nah am Stück bleibt und durch eine ungewöhnliche Bildfantasie überrascht.

Beim Schlussapplaus tritt Barenboim mit Dante vor den Vorhang, um seine Solidarität mit ihrer Arbeit zu demonstrieren. Später, auf der Premierenfeier, soll er gesagt haben: «Ich kann Ihnen garantieren, dass diese ‹Carmen› zur Legende wird.»

Er sollte recht behalten. Denn mit dieser «Carmen» begann ein neues Kapitel in der Geschichte des italienischen Musiktheaters. Eine Generation von inszenierenden Frauen hat seither die lange in Konventionen und schierer Ästhetik erstarrende Opernszene des Landes erobert; neben Emma Dante sind dies Serena Sinigaglia, Rosetta Cucchi, Silvia Paoli und Cecilia Ligorio. Gemeinsam ist ihnen nicht nur der «weibliche Blick», sondern überdies ein ...

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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Reportage, Seite 48
von Ekkehard Pluta

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