Spurensuche für die Gegenwart

Bernd Feuchtner entdeckt in der Oper des 20. Jahrhunderts 100 «Meisterwerke»

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Die Möbelbranche klagt: Es würden weniger Regale gekauft, sogar die Produktion stagniere. Ob das wirklich stimmt und mehr als normalen Schwankungen entspricht, bleibt abzuwarten. Aber purer Zufall dürfte es auch nicht sein. Denn kommt man in die Wohnungen des «Bildungsbürgertums», so fallen kulturelle Statussymbole auf: Klavier, gar Flügel, Bücherregale, mehr oder minder opulent bestückt mit Klassiker-Gesamt-Ausgaben, Literatur aller Art, vielbändigen Lexika und prächtigen Kunstbänden, überdies meterlange LP- und-Kassetten-Reihen.

Ebenfalls zur Bibliothek gehört(e) das Genre der Konzert-, Schauspiel-, Opern- Filmkunst- und Reiseführer. Das biografisch-kulturelle Spektrum stand auch für eine Gesellschaft, die offen für künstlerische Aufklärung war und sich für Konzert- oder Theatererlebnisse gerne präparierte oder diese nachbereitete. Von den Nachschlagewerken wurde denn auch Verlässlichkeit erwartet: breitgefächerte Thematik, triftige Auswahl, informative Charakterisierung der Werke und verbindliche Bewertung.

Damit freilich fingen die Probleme schon an, sind doch solche Kompendien meist auch Dokumente des Zeitgeists mitsamt seinen Ideologien, auch Illusionen: dem Glauben an den ...

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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 32
von Gerhard R. Koch

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