Spitzentönte jenseits des Fachs
Den Manrico hat er schon vor zwei Jahren in Barcelona riskiert, den Canio gerade in Hamburg, der Cavaradossi ist seit Jahren eine Signetpartie. Vittorio Grigolo geht den Weg (fast) aller italienische Tenöre, denen das Lyrische – aus welchen Gründen auch immer – nicht genug ist. Dass seine klingende Visitenkarte «Verissimo» heißt und vielleicht falsche Erwartungen weckt, wissen er und sein Team womöglich selbst. Nicht auf vokales Reißen und Stoßen soll das Album zielen, wie der Tenor im Booklet-Text beteuert. «Sehr wahr», diese wörtliche Übersetzung, sei gemeint.
Diese Opern seien schließlich «absolut wahrhaftig». Die Gefühle gingen direkt durch einen hindurch, «sie sind nicht kalkuliert».
Wer nun aufstöhnt in der Befürchtung, der 47-Jährige würde alle gute Vokalerziehung vergessen, sei beruhigt. Grigolo übertritt keine rote Linien, weil er sich ihnen nämlich (fast) gar nicht nähert. Klug ist also, dass er die Arien zwischen Puccini und Leoncavallo zu sich heranholt. Das bedeutet im guten Fall: Der Tenor singt ohne Überreizungen. Im weniger guten: Die große, raumgreifende Geste, das Gebieterische, die Vehemenz im Dramatischen fehlt ihm. Und wo er aufdreht, wie etwa in den ...
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Opernwelt Mai 2024
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 33
von Markus Thiel
Was habe ich nur verbrochen, dass ich so viel leiden muss!» Dieser Stoßseufzer Smetanas, bei deutschen Theaterbesuchern längst ein geflügeltes Wort, ist in tschechischen Opernhäusern undenkbar. Prag, Olmütz und Brünn, Pilsen und Aussig inszenieren publikumsfreundlich, die Dramaturgie wird den Stücken gerecht, Bühne und Kostüme ergeben Sinn und bereiten sogar...
Die Prager Staatsoper ist ein Prunkstück des berühmten Wiener Architekturbüros Fellner & Helmer. Als Neues Deutsches Theater wurde das Haus 1888 eingeweiht, zur Eröffnung spielte man Richard Wagners «Meistersinger von Nürnberg». Angelo Neumann, der erste Direktor, zählt aufgrund seiner spektakulären Europatournee mit dem «Ring des Nibelungen» zu den zentralen...
arte
01.05. – 15.50 Uhr
Europakonzert 2024 aus Tsinandali - Georgien
Im Rahmen der Europakonzerte interpretieren die Berliner Philharmoniker unter musikalischer Leitung von Daniel Barenboim die Schicksals-Symphonie von Ludwig van Beethoven sowie das Violinkonzert in D-Dur von Johannes Brahms.
05.05. – 03.10 Uhr
Elīna Garanča und Juan Diego Flórez bei den Salzburger...
