Irrgarten der Liebe

Jossi Wieler und Sergio Morabito interpretieren Mozarts Da-Ponte-Opern in Amsterdam als Zyklu

Opernwelt - Logo

Worin liegt das Geheimnis der ungebrochenen Wirkung von Mozarts drei Da-Ponte-Opern? Vor allem wohl in dem ungeschminkten Menschenbild, das Librettist und Komponist im Zusammenklang von Wort, Gesang, Szene und Musik entworfen haben. «Konflikte» – so Ivan Nagel über die funkelnde Theatralität dieser Partituren – «dürfen hier wie nie zuvor, nie seither, sich real vollständig statt ideologisch verstümmelt zeigen».

Mozart durchtränkt den Konflikt der umhertaumelnden Geschlechter, der im Zentrum aller drei Stücke steht, mit einer aktionshaltigen Musik, die einerseits der szenischen Architektur dient, andererseits mit ihrem Formbewusstsein wie ihrer Dynamik die Prinzipien der klassischen Instrumentalmusik in den Dienst des Theaters stellt. 
Die Nederlandse Opera hat in einem wahren Premierenmarathon die drei Stücke an drei aufeinanderfolgenden ­Tagen präsentiert. Der Vergleich zu Wagners «Ring» drängt sich auf, umso mehr, als die Stücke, in denen bereits die französische Revolution wetterleuchtet, innerhalb von vier Jahren entstanden sind. «Figaro», «Don Giovanni» und «Così» stellen allerdings keine zusammengehörige Trilogie dar, und Jossi Wieler und Sergio Morabito haben erst gar nicht ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Uwe Schweikert

Vergriffen
Weitere Beiträge
Hörtheater und Literatur­oper

Vielen Werken des modernen Musiktheaters gelingt es trotz erheblicher Qualitäten nach der Uraufführung nicht, auch nur ein einziges Mal neu inszeniert zu werden. Obwohl die Veröffentlichung eines Mitschnitts mit Risiko und Kos­ten, nicht zuletzt hinsichtlich der Urheberrechte verbunden ist, gibt es glücklicherweise Plattenfirmen, die sich auf zeitgenössische Musik...

Die feinste Farblasur

«Ein großer Schauspieler gewinnt gerade dank der Schminke, der Perücke oder der künstlichen Nase sein eigenes Gesicht», meinte Stanislaw Jerzy Lec. Das ist das eine. Das andere ist das private Gefühl, das einen Interpreten plötzlich überrascht. Vesselina Kasarova passierte dies zum Beispiel bei ­einer Vorstellung von Bellinis «I Capuleti e i Montecchi» in Paris,...

Sängerqualitäten

Von den Symmetrien der Hofarchitektur des 18. Jahrhunderts haben sich der Regisseur Jean Jourdheuil und der Bühnenbildner Mark Lammert für ihre «Così»-In­szenierung in Genf anregen lassen. Im Halbrund mit acht Drehtüren, zwischen denen sich Wände öffnen und schließen, die Menschen voneinander abgrenzen oder neu zusammenführen, spielt ihr psychologisches Experiment....