Spiel der Erinnerung

Rimski-Korsakow: Schneeflöckchen am Staatstheater Wiesbaden

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Auf der Bühne herrscht Eiszeit. Schneebedeckte Hügel, soweit das Auge reicht. Eine frostige, lebensfeindliche Landschaft. Blumen gedeihen hier nur im gläsernen Gewächshaus. Als würde man durch ein Fenster ins Unend -liche blicken zeigen Videoprojektionen bedrohliche Wolkenaufwallungen. Regisseur Maxim Didenko und sein Team versetzen Rimski-Korsakows selten gespielte Märchenoper «Schneeflöckchen» in ein dystopisches Zeitalter jenseits des Klimakipppunktes. Der Golfstrom ist kollabiert, in weiten Teilen der Welt ist eine extreme Kälteperiode angebrochen.

Die stark dezimierte Menschheit befindet sich im täglichen Überlebenskampf. Forscher ringen im Labor um die Rettung der letzten verbliebenen Pflanzen, die Mehrheit der Menschen aber ist zu archaischen Ritualen zurückgekehrt.

Die Mächtigen haben nach wie vor ihre Privilegien: Der Zar regiert in einem unterirdischen Schutzraum, der vom einzigen Reaktor gewärmt wird. Ein riesiger Schornstein ragt aus der Eiskruste. Hinab ins Warme geht es im Aufzug, flankiert von schwerbewaffneten Leibwächtern. Zusammen mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Galya Solodovnikova und dem Videokünstler Oleg Mikhailov erzählt der Regisseur die auf dem ...

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Opernwelt März 2026
Rubrik: Panorama, Seite 64
von Silvia Adler

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