Sonnenglanz und Gewölk

Mit dem Amtsantritt Stéphane Lissners als Intendant der Scala hat in Mailand eine neue Opernära begonnen. Der Franzose eröffnete mit «Idomeneo» erfolgreich die Spielzeit und ist doch alles andere als sorgenfrei.

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Daniel Harding hat mit großem Glanz zur Eröffnung am 7. ­Dezember nicht nur Mozarts «Idomeneo», sondern den Auftakt einer neuen Ära dirigiert. Zum ersten Mal seit vielen Jahren stand nicht Riccardo Muti am Pult des Mai­länder Teatro alla Scala, dessen Chefdirigent er neunzehn Jahre lang bis zu seinem Rücktritt am 3. April 2005 war. Zum ers­ten Mal konnte der neue Intendant Sté­phane Lissner, seit dem 4. Mai im Amt, einen Erfolg – Skeptiker sagen: einen Achtungserfolg – in die Scheuer fahren.


Lissner verkörpert in zwei Eigenschaften den von vielen erhofften Neubeginn und zugleich den Untergang ­einer Epoche: Er ist der erste Ausländer, der über die Scala herrscht und prompt einem ungewohnt internationalen Team seine erste große Premiere anvertraut. Überdies hat der Franzose, gegenüber dem verzweifelt schlingernden Scala-Aufsichtsrat in einer starken Verhandlungsposition, seine wichtigste Forderung durchgesetzt, die einen sonst absehbaren Schiffbruch verhindert hat oder wenigs­tens verzögern wird: Er hat sich, für Italiens Oper sensationell, die Personal­union von Intendant («sovrintendente») und Künstlerischem Leiter («direttore artistico») ausbedungen und zusichern lassen. Er hatte ...

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Opernwelt Februar 2006
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Dietmar Polaczek

Vergriffen
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