Solide Festspielkost

Wolfgang Wagners letzte «Meistersinger» aus Bayreuth und Nikolaus Lehnhoffs «Tristan» aus Glynde­bourne auf DVD

Opernwelt - Logo

Zwei Wagner-Inszenierungen, die zwar keine neuen Aspekte aufzeigen, aber durch ihre analytische Redlichkeit und gediegene Handwerklichkeit den Blick auf die Werke zumindest nicht verstellen, sind erstmals auf DVD greifbar.
Wolfgang Wagners Bayreuther «Meistersinger von Nürnberg» sind schon ein paar Jahre alt. Dabei ist es nicht uninteressant, die jetzt bei EuroArts veröffentlichte Version von 1999 mit der fünfzehn Jahre älteren In­szenierung desselben Regisseurs zu vergleichen, die seit zwei Jahren bei DG vorliegt.

Stand diese ganz im Zeichen eines biedermeierlichen Illusionismus, der von heute gesehen schon wieder etwas Nostalgisches und Sympathisches hat, suchte Wagner beim nächsten Anlauf sein Glück in einer teilweisen Entrümpelung der Szene. Die relative Kargheit des Bühnenbildes hätte eine noch stärkere Konzentration auf die Psychologie der Figuren zugelassen, die Intentionen der Regie zielen auch in diese Richtung, doch sie bleiben auf halbem Wege stecken.
Das liegt auch an der Besetzung. Der zentrale Hahnenkampf zwischen Sachs und Beckmesser etwa, die ja nicht nur um ästhetische Prinzipien, sondern auch um eine Frau streiten, die sie beide nicht kriegen können, findet ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2008
Rubrik: DVDs, Seite 54
von Ekkehard Pluta

Vergriffen
Weitere Beiträge
Editorial

Die scharfsinnigsten, zugleich unterhaltsamsten Randbemerkungen zur Bayreuther Dauerkabale stammen aus der Mitte des Wagner-Clans; sie finden sich in dem vor zehn Jahren erschienenen Buch «Wagner Theater» von Nike Wagner, der Tochter Wielands und Urenkelin Richard Wagners. Seit Cosima, so Nikes Leitgedanke, sich zur Hüterin des (testamentarisch nie fixierten)...

Sanfte Magie

Er ist ein Dirigent, der die Oper nie zu einer Lebensform oder zum Lebensinhalt gemacht hat. Und das, obwohl er im Schatten des Mailänder Teatro alla Scala aufwuchs. Als Siebenjähriger besuchte Claudio Abbado den Operntempel zum ersten Mal, erlebte dort später Victor de Sabata, Toscanini, die junge Callas. Und doch war für ihn, den Sohn eines Geigers und...

Zwischen Mythos und Realität

Ganz New York hat mitgehört. Und mitgezählt. Achtzehn hohe Cs, am nächsten Tag schon als Tondokument auf der Website der «New York Times» anklickbar. Wie Juan Diego Flórez in Donizettis «Fille du Régiment» gleich zweimal hintereinander den Stratosphä­renknüller «Ah! Mes amis» zum Besten gab, ist natürlich als Musikzirkusakt Extraklasse, allerdings schon aus Mailand...