Soap Opera
Hoher Besuch sorgt stets für Aufregung. Wobei die Spekulationen darüber, was dem Gast gefallen könnte, zu einem steilen Crescendo anschwellen können. Aus der historischen Tatsache, dass sich Kaiserin Maria Theresia 1750 in Graz ankündigte, dann aber doch nur durchreiste, machte das Grazer «Styriarte»-Festival nun einen als «Rokoko-Soap» angekündigten Doppelabend, der von nichts anderem handelt als von der Hektik, die ob der Ankündigung des kaiserlichen Besuchs ausbricht – zumal man die Kaiserin ausgerechnet mit einer Oper unterhalten möchte.
Seit 1985 zählt das Festival Styriarte zu den Säulen des Kulturlebens der steiermärkischen Hauptstadt; und seit 1990 ist Mathis Huber Intendant, der gut ausbalancierte Programme verantwortet, die neben hochrangigen Gastspielen stets auch Eigenproduktionen anbieten, die bewusst auf ein breiteres Publikum zielen. Der Fokus auf Werke von Johann Joseph Fux, der die vergangenen Jahre geprägt hat, ist abgeschlossen; da stellte sich die Frage, wie man das eingespielte Team aus dem Dramaturgen und Multitalent Thomas Höft und dem Regisseur Adrian Schvarzstein weiter mit unterhaltsamen Barock-Schmankerln beschäftigen könne. Resultat der Überlegungen war ...
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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 57
von Regine Müller
Kein Sympathieträger, nirgends. Nur empathielose, machtgeile Ausgeburten einer verkommenen englischen Adelsgesellschaft. Drei der fünf Protagonisten bleiben auf der Strecke: der namenlose König, sein Lover Gaveston und sein entmachteter Militärexperte Mortimer, der wiederum Gaveston ermorden lässt, bevor er selbst umgebracht wird. Über körperliche und seelische...
Es ist nicht anzunehmen, dass Werner Egk Kenntnis vom fulminanten literarischen Debüt «The Recognitions» von William Gaddis besaß. Die deutsche Übertragung dieses megalomanen, 1955 erschienenen Romans, der anhand der Geschichte des genialisch veranlagten Kunstfälschers Wyatt Gwyon in süffig-süffisanter Brillanz mit der bigot -ten US-Gesellschaft der McCarthy-Ära...
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