Sozialismus einmal heiter

Natschinski: Messeschlager Gisela an der Komischen Oper Berlin

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Eine Operette, die keine Adligen, keine reichen Bürgersleut’ in den Mittelpunkt stellt, sondern gewöhnliche Werktätige? Aber ja, die gibt es, Gerd Natschinski hat sie komponiert. Sein «Messeschlager Gisela» wurde 1960 am Metropol-Theater in Berlin uraufgeführt, dem heutigen Admiralspalast, und war in der DDR ein großer Hit – bis zum Mauerbau ein Jahr später. Danach hatte das Stück, in dem die Figuren noch freizügig zwischen Schauplätzen in Ost und West pendeln, keine Chance mehr auf den Spielplänen.

Frisches Leben eingehaucht hat ihm jetzt die Komische Oper Berlin, die ihrerseits zwischen den Spielstätten pendelt; das Stammhaus in der Behrenstraße wird renoviert und erweitert. Um während dieser Zeit in der ganzen Stadt präsent zu sein, beschränkt man sich nicht nur auf das Ausweichquartier im Schiller Theater, sondern bespielt zudem den Flughafen Tempelhof oder die riesige Leerfläche vor dem Roten Rathaus, die sich dort anstelle der früheren Berliner Altstadt breitgemacht hat. Dort, zwischen Rosenbeeten und Betonspringbrunnen, wurde jetzt das rotschimmernde Art-Déco-Zelt «Queen of Flanders» aufgebaut. Es bringt Bar-jeder-Vernunft-Feeling in die urbane Ödnis und beschert dem ...

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Opernwelt August 2024
Rubrik: Panorama, Seite 46
von Udo Badelt

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