So original wie möglich
Trotz vier großer Bühnen war die mediale Außenwirkung der Pariser Opernhäuser bislang bescheiden. Die Produktionen von Bastille-Oper, Châtelet und Opéra Comique wurden nur sporadisch auf DVD festgehalten. Das 2009 gegründete Label fRA Musica scheint das jetzt ändern zu wollen. Nach einem erfolgreichen Start vor einigen Monaten mit Purcells «Dido» folgten mit der neuen «Carmen» der Opéra Comique und Gounods «Mireille» aus dem Palais Garnier gleich zwei hoch interessante Mitschnitte.
Für die kommenden Monate sind, wiederum aus der Opéra Comique, ein «Pelléas» und Chabriers inzwischen auch in Deutschland wiederentdeckter «L’Étoile» angekündigt.
Dass die Opéra Comique so prominent vertreten ist, hat durchaus seine Berechtigung: Unter Jerome Deschamps hat sich das lange vergessene Haus zur ersten Pflegestätte des französischen Opernrepertoires entwickelt und in den vergangenen Jahren etliche nahezu vergessene Werke von Lully bis Messager wiederbelebt. Ein wesentlicher Marktvorteil für die Comique ist dabei, dass sie ähnlich wie das Châtelet kein eigenes Orchester besitzt und deshalb auf unterschiedliche Ensembles zurückgreifen kann: Bei der «Carmen» beispielsweise sitzen die Musiker von ...
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Opernwelt Januar 2011
Rubrik: Medien/DVDs, Seite 20
von Jörg Königsdorf
«Adriana Lecouvreur» wurde 1902 in Mailand uraufgeführt, bevor sie zwei Jahre später in einer ersten Produktion an der Royal Opera Covent Garden zu erleben war. Die letzte dortige Aufführung vor David McVicars aktueller Neuproduktion datiert, man höre und staune, in das Jahr 1906 zurück. Überhaupt war «Adriana Lecouvreur», abgesehen von gelegentlichen Gastspielen...
Francesco Cilea – ein Westentaschen-Puccini, der’s in seiner «Adriana Lecouvreur» immer wieder mal krachen lässt? Weit gefehlt. Jedenfalls drängt sich dieser Eindruck in der Freiburger Wiedergabe der 108 Jahre alten Comédie-Française-Schmonzette auf, die zum 100-Jährigen des Hauses anberaumt wurde. Im Breisgau wird das Leise bei Cilea kultiviert, der zarte, innige,...
Das Glück ist immer woanders. Und welcher Ort würde die Ruhelosigkeit, die ständige Suche, das Unbehauste, Vorläufige besser symbolisieren als ein Flughafen? Konsequent also, dass Regisseurin Elisabeth Stöppler und Rebecca Ringst (deren Stuttgarter «Rosenkavalier»-Raum gerade zum «Bühnenbild des Jahres» gewählt wurde) in Dresden die neueste Oper von Hans Werner...
