So la, la, la
Ein Vorspiel auf dem Theater, das es in sich hat: Eigentlich ist ja «La Fest» angekündigt, eine «Musiktheaterkreation» mit Musik von Bach, Händel, Vivaldi und anderen. Aber die gibt es erst später – so jedenfalls Eric Gauthier, der sich an der Staatsoper Stuttgart mit dem Abend nicht bloß als Regisseur vorstellt, sondern gleich auch den Maître de Plaisir gibt, der angeblich noch mitten in den Party-Vorbereitungen steckt ...
Wer den Künstler kennt – und wer kennt ihn nicht in Stuttgart, wo er seit 15 Jahren als Direktor und Choreograf der Gauthier Dance Company am Theaterhaus einen Erfolg um den anderen feiert? –, ahnt schon bei seinen ersten Worten, dass der Abend trotz einer angekündigten Länge von drei Stunden (inklusive After-Show-Lounge) kurzweilig werden wird. Schließlich ist Gauthier nicht nur ein begnadeter Entertainer, von dem sich noch jeder ganz persönlich angesprochen fühlt. Der Franco-Kanadier ist auch klug genug, sich als Debütant dem Vergleich mit anderen Opernregisseuren erst mal nicht zu stellen. Er macht, was er auch sonst gern macht: sein eigenes Ding. Oder anders: Er veranstaltet ein Fest.
Also muss man sich erstmal kennenlernen, um richtig miteinander feiern zu ...
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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Hartmut Regitz
Im Anfang ist, nein, nicht das Wort. Im Anfang ist die Musik. Eine zarte, sirenengleich aus dem Graben ansteigende, sich nach und nach intensivierende Melodie des Violon -cellos schwebt durch den Saal, bald begleitet vom sanften Schnarren des Schlagzeugs. Auf einer ständig hin und her flackernden Bildprojektion (Video: Jan Isaak Voges, Live-Kamera: Daniel Sorg)...
Keiner anderen Sprache ist das Melos so sehr eingeschrieben wie dem Italienischen. Genüsslich gedehnte Vokale, das grammatikalisch optimierte Verschmelzen von Worten, das emotionale Spiel mit Tonhöhen – alle Parameter der Sprache von Dante und Petrarca dienen dem einen großen Ziel des Legato. Die kompositorische Verfeinerung des Italienischen in den Opern von...
Arme Königin. Liegt dort, ganz und gar zerstört nach der Abreise ihres Geliebten, auf der nackten Erde, und weiß sich nicht anders zu helfen, als ihr Schicksal zu beklagen, mit Tönen, die allerdings direkt aus dem Himmel zu kommen scheinen, so schmerzensreich schön klingen sie, wie von einem verwundeten Engel entsendet. Didos Klagearie «When I am laid in earth» aus...
