So la, la, la
Ein Vorspiel auf dem Theater, das es in sich hat: Eigentlich ist ja «La Fest» angekündigt, eine «Musiktheaterkreation» mit Musik von Bach, Händel, Vivaldi und anderen. Aber die gibt es erst später – so jedenfalls Eric Gauthier, der sich an der Staatsoper Stuttgart mit dem Abend nicht bloß als Regisseur vorstellt, sondern gleich auch den Maître de Plaisir gibt, der angeblich noch mitten in den Party-Vorbereitungen steckt ...
Wer den Künstler kennt – und wer kennt ihn nicht in Stuttgart, wo er seit 15 Jahren als Direktor und Choreograf der Gauthier Dance Company am Theaterhaus einen Erfolg um den anderen feiert? –, ahnt schon bei seinen ersten Worten, dass der Abend trotz einer angekündigten Länge von drei Stunden (inklusive After-Show-Lounge) kurzweilig werden wird. Schließlich ist Gauthier nicht nur ein begnadeter Entertainer, von dem sich noch jeder ganz persönlich angesprochen fühlt. Der Franco-Kanadier ist auch klug genug, sich als Debütant dem Vergleich mit anderen Opernregisseuren erst mal nicht zu stellen. Er macht, was er auch sonst gern macht: sein eigenes Ding. Oder anders: Er veranstaltet ein Fest.
Also muss man sich erstmal kennenlernen, um richtig miteinander feiern zu ...
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Opernwelt Februar 2024
Rubrik: Panorama, Seite 40
von Hartmut Regitz
Eine Königin kehrt zurück. Doch nicht im Triumphmarsch betritt sie an diesem 19. August 1561 im schottischen Leith heimatliche Gestade. Sie kommt, begleitet von fürstlichen Frauen, frierenden Fräuleins und ernstgestimmten Edelmännern, als Witwe eines gut neun Monate zuvor verstorbenen Königs, der im Grunde nie zum König taugte. Ein Knabe von schwächlicher...
Die gute Nachricht zuerst: Jochanaan darf seinen klugen Kopf behalten. Der Henker verschont ihn, vermutlich weil er im Urlaub ist, und die königliche Familie scheitert bei dem ohnehin auch nur halbherzigen Versuch, den Propheten zu enthaupten. Salome scheint ein gewisses Mitgefühl für den religiösen Mann zu haben, der ihr trotz mehrmaliger Bitten den Wunsch...
Bereits 2018 hatte die Wiener Volksoper ein Buch herausgebracht: «Ihre Dienste werden nicht mehr benötigt». Die Autorin Marie-Theres Arnbom zeichnet darin das Schicksal all der, zumal jüdischen Künstler nach, die das Haus nach dem «Anschluss» Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 verlassen mussten, festgemacht an der Operette, die auf dem Spielplan stand,...
