So fragil, so kostbar
Ohne großen Auftritt kommt Cecilia Bartoli nicht auf die Bühne. Bei der konzertanten Aufführung von Bellinis «La sonnambula» im Festspielhaus Baden-Baden rauscht die Diva im weißen Brautkleid mit langer Schleppe ein und flirtet sogleich mit den Zuhörern in der ersten Reihe.
Wenn Bartoli als Amina in der mit Höchstschwierigkeiten gespickten Kavatine «Sovra il sen la man mi posa» ihre Liebe zu Elvino besingt, tut die Mezzosopranistin das so, wie wir es kennen: mit Kopfschütteln und Augenrollen, mit wendigen, leicht meckernden Koloraturen, mit gelegentlich herausstechenden Spitzentönen. Ihre schauspielerische Umsetzung der Eifersuchtsszene mit Elvino (Celso Albelo) hat etwas von Kindertheater. Je länger aber der Abend dauert, desto intensiver wird Bartolis Spiel – und ihr Gesang. Besonders die beiden großen Szenen als Schlafwandlerin gelingen beeindruckend. Bartolis szenische Zurückhaltung schafft hier Intensität, die sich auch musikalisch ausdrückt. Das Manierierte weicht einem natürlicheren, stets vom Piano ausgehenden Melodiefluss; die für den Belcanto immens wichtige Balance zwischen allen Registern gelingt immer besser.
Dass der stürmisch gefeierte Abend letztlich zu einem ...
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Interim. Das heißt «unterdessen – inzwischen» und bedeutet im allgemeinen Sprachgebrauch ein Provisorium. Das Theater Freiburg lebt damit nun schon im zweiten Jahr, nachdem Generalmusikdirektorin Karen Kamensek sich im Umfeld des Intendantinnenwechsels (Amélie Niermeyer/Barbara Mundel) vorzeitig aus dem Amt zurückgezogen hatte und die Nachfolgesuche sich...
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