Singen ist Leistungssport

Natürlich liebt sie ihren Beruf, aber sie weiß auch, dass das Leben zwischen Konzertpodium und Opernbühne eine gefährliche Sache sein kann: die Sopranistin Juliane Banse über ihre Lehrjahre bei Brigitte Fassbaender und Harry Kupfer, Defizite an den Hochschulen, fantasielose «Besetzer», die Macht des Zufalls und die Lust auf neue Partien, zum Beispiel Schumanns Genoveva in Zürich.

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Frau Banse, die Wärme und Innigkeit ­Ihres Soprans erinnern an Vorgängerinnen wie Irmgard Seefried oder Sena Jurinac: an Sängerinnen von einst. Gehört Ihre Stimme einem aussterbenden Typus an?
Das glaube ich nicht. Aber die Art, wie bestimmte Partien zeitweise eher schwer und dann wieder sehr lyrisch besetzt werden, erweckt vielleicht diesen Eindruck.

Jede stimmliche Entwicklung ist anders, es gibt Sängerinnen, die in ­re­lativ kurzer Zeit durch mehrere «Fä­cher» wandern, wobei es früher vielleicht etwas einfacher war, sich in verschiedenen Gefilden auszuprobieren, heute wird man doch sehr leicht festgelegt.

Wie würden Sie Ihre eigene Stimme beschreiben?
Nüchtern gesagt: Ich habe eine gute Hö­he und eine vergleichsweise warme Tiefe. Ich bin dankbar für diesen Facettenreichtum, er erlaubt mir, viele sehr unterschiedliche Dinge zu singen. Schon meine Lehrer waren sich immer uneins über mich. Ich wurde manchmal sogar als Mezzo angesehen. Kürzlich war Chris­­ta Ludwig in einer Vorstellung von Haydns «Orlando Paladino» in Wien, wo ich die Eurilla sang, und meinte: «Das ist ein hoher Mezzo.»

Sie haben den großen Schritt in eine ­dramatische Richtung bislang vermieden. Kann man sich das ...

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Opernwelt Februar 2008
Rubrik: Interview, Seite 32
von Kai Luehrs-Kaiser

Vergriffen
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