Auf der Suche nach dem Unsagbaren
In der Oper wird gesungen, im Melodram wird gesprochen. Schon lange hat sich diese merkwürdige Gattung aus dem breiten Musikleben verabschiedet, während die Oper als künstlerische Ausdrucksform nicht totzukriegen ist. Viele kennen Melodramen heute nur noch als experimentelle Werke – wie Schönbergs «Pierrot lunaire», der 1911 das Tor zur Moderne weit aufstieß. Vergessen ist das Melodram als Repräsentationskunst des deutschen Bürgertums, wie es sich um 1900, aber auch schon lange davor großer Beliebtheit erfreute.
Dass sich der Zeitgeschmack seit der letzten Blüte des Melodrams vor hundert Jahren geändert hat, liegt auf der Hand. Der Geschmack änderte sich, weil sich die Gesellschaft änderte. Was waren es für Künstler, was für ein Publikum, das da zu melodramatischen Rezitationsabenden, zu abendfüllenden Bühnenmelodramen ins Theater strömte und das geradezu sein ganzes Lebensgefühl in diesen Werken bestätigt fühlte?
s war ein ziemlich ungewöhnliches Stück, das da im Januar 1897 über die Bühne des Münchner Hoftheaters ging. «Königskinder. Ein deutsches Märchen» war angesetzt, geschrieben von einem gewissen Ernst Rosmer. Hinter dem Pseudonym, das war in der Presse bekannt, verbarg ...
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Anita Cerquetti war eine der rätselhaftesten Erscheinungen der Operngeschichte nach dem Zweiten Weltkrieg. Erst zwanzigjährig debütierte sie 1951 als Aida in Spoleto, arbeitete sich in den folgenden Jahren mühsam durch die Provinzen in die erste Reihe vor und hatte ihre große Stunde, als sie im Januar 1958 nach dem skandalumwitterten «Norma»-Abbruch in Rom für die...
Am 16. April 1931 hebt sich in der Wiener Staatsoper der Vorhang zu einem Werk, das neu ist und zugleich bejahrt. Der Grund für diesen Widerspruch liegt auf der Hand: Aus der Taufe gehoben wird das Dramma per musica in tre atti, «Idomeneo, Rè di Creta». Doch nicht jenes anno 1781 in München uraufgeführte Werk gleichen Namens von Wolfgang Amadeus Mozart erleben die...
Vielleicht wäre Gustavo Dudamel für «Don Giovanni» doch die bessere Wahl gewesen. Vielleicht hätte der 23-jährige Venezolaner mit seinem jugendlichen Feuer die vertrackte Oper aller Opern zum Knistern gebracht – wie im Oktober vorletzten Jahres in Mailand (siehe OW 12/2006). Vielleicht hätte er sich auch am Pult der Berliner Staatsoper wieder von Mozarts...
