Singen hilft

Der gebürtige Peruaner Jimmy López hat seine erste Oper geschrieben: «Bel Canto» spielt in einer von Terroristen besetzten Botschaft in Lima.Anmerkungen zur Uraufführung an der Lyric Opera of Chicago

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In Chicago bekommt man nicht übertrieben häufig neue Stücke vorgesetzt, ganz zu schweigen von solchen, die tatsächlich einen bleibenden Eindruck hinterlassen (wie etwa 1992 William Bolcoms «McTeague», definitiv ein repertoiretaugliches Werk). Entsprechend große Beachtung fand deshalb der erste Opernversuch des aus Peru stammenden Komponisten Jimmy López (*1978), der jetzt an der Lyric Opera aus der Taufe gehoben wurde – «betreut» von Renée Fleming, der «Kreativ»-Beraterin der Kompanie.

Alle neun Vorstellungen waren so gut wie ausverkauft, am sechsten Abend liefen die Kameras mit: «Bel Canto» wird im Fernsehen ausgestrahlt, auch eine DVD-Produktion steht zu erwarten.

Für öffentliches Interesse sorgten schon der Stoff und die literarische Vorlage. Ann Patchetts gleichnamiger Roman aus dem Jahr 2001 greift die Geiselnahme in der japanischen Botschaft in Lima 1996/97 auf, die zu zähen internationalen Verhandlungen führte und erst nach Monaten ein blutiges Ende nahm. Patchett installiert einen allwissenden Erzähler als Sprachrohr für die Gedanken- und Gefühlswelt ihrer Figuren, schildert dabei die Geschehnisse im milden Licht eines Magischen Realismus. Zwischen Tätern und Opfern ...

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Opernwelt Februar 2016
Rubrik: Im Focus, Seite 14
von David Shengold

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