Selbstbestimmung
Schon vor zwei Jahren hat Regisseur Alexander Schulin mit Donizettis «Liebestrank» in Nürnberg zum Saisonende einen Höhepunkt gesetzt. Waren dabei Leichtigkeit und szenischer Witz zu bewundern, so sind es jetzt bei «Lucia di Lammermoor» der tiefe Ernst und die Glaubwürdigkeit, die es sonst so schwer haben bei einem Stoff voller Konventionen, die uns fremd geworden sind. Wie erzählt man heute ein Ende des 16.
Jahrhunderts spielendes Schauerdrama aus dem schottischen Hochland?
Dem Regieteam ist ein goldener Mittelweg gelungen: Es stellt die Handlung in eine Art Opernmuseum und kann sich durch diesen abstrahierenden Kunstgriff ganz auf die Psyche und Körperlichkeit der Figuren konzentrieren, die gleichzeitig künstlich und doch ganz heutig und voll pulsierenden Lebens sind. Das Opernmuseum ist das Einheitsbühnenbild (Ausstattung: Markus Pysall): ein klassischer Ausstellungssaal mit viel Oberlicht, in dem einige wenige Schaustücke die unterschiedlichen Spielorte charakterisieren.
Zu Beginn hängt da wie zum Ausbluten ein massiger Stier: das Tier, das zuvor Lucia angegriffen haben soll und von Edgardo erlegt wurde. Der Stier wird nicht nur zum Sinnbild des zunächst nur auf juristischer ...
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Diesmal konnte sich Staatsopern-Intendant Sir Peter nicht mit den Federn einer Münchner Händel-Erstaufführung schmücken, denn schon 1977 wagte sich das Gärtnerplatz-Theater an das Dramma per musica «Alcina». Auch die Inszenierung Christof Loys war bereits vor drei Jahren in Hamburg zu sehen (siehe OW 4/2002). Doch welch ein frischer Zauber wehte durch diese...
Wer Robert Dean Smith nicht bei seinem Tristan-Debüt in Bayreuth und auch nicht im Rundfunk erlebte, kann dies nun auf der bei Oehms Classics erschienenen Best-of-CD nachholen. Dass das Vergnügen nicht so ungetrübt ist wie auf der Festspielbühne, liegt einerseits daran, dass sich die Stimme in der Bayreuther Akustik leuchtender entfaltete, dort wie die von James...
Ich bin ein frommer Mensch. Ich komme von der Kirchenmusik», sagt Thomas Daniel Schlee und schaut zum wolkenverhangenen Kärntner Himmel auf, als die ersten dicken Tropfen fallen. Sollte der Herrgott da oben etwa schon wieder die Schleusen öffnen? Einmal mehr sintflutartige Niederschläge schicken, die den Ossiacher See fast zum Überlaufen brachten – und das mitten...
