In Schönheit sterben

Neue Gesamt- und Teilaufnahmen von «Tristan und Isolde» auf CD und DVD

Opernwelt - Logo

Schon Monate vor ihrem Erscheinen hat diese Aufnahme die Klassikwelt zum Erzittern gebracht: Zur letzten Opern­produktion alten Stils, die sich seine Firma noch leisten könne, rief der inzwischen verabschiedete Artist & Repertoire-Direktor der EMI, Peter Alward, den neuen «Tristan» seines Hauses aus. Mit der über zehn Jahre geplanten und 750 000 Euro teuren Produktion gehe, so Alward, ein Kapitel Aufnahmegeschichte zu Ende. Die Zukunft gehöre den billigeren Live-Mitschnitten und vor allem der DVD. Bayreuth und Covent Garden statt Abbey Road also, Huster inbegriffen.

Das kann man bedauern oder nicht. Mit seinem Orakelspruch schraubte Alward die Erwartungen an den «Tristan» freilich auch noch ein Stück höher: Denn was wäre von einer so mustergültig geplanten Einspielung anderes zu erwarten als ein «Tristan», der tatsächlich das Wichtigste vereint, was die Gegenwart zu diesem Thema zu sagen und zu singen hätte? Wozu der ganze Aufwand, wenn am Ende nicht tatsächlich ein neuer Modell-«Tristan» steht? Damit beantwortet sich die Frage nach den Ursachen des Abschieds von der Studio-Oper fast von allein: Dass diese kostspielige Produktionsmethode aufgegeben wird, liegt sicherlich auch ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2005
Rubrik: Im Focus, Seite 10
von Jörg Königsdorf

Vergriffen
Weitere Beiträge
Nichts, wie es war - alles, wie es war

Nach diesen Juli-Tagen in London wird nichts mehr so sein, wie es war. Eine extreme erste Woche, wie diese Stadt sie in Friedenszeiten wohl noch nie erlebte, prall gefüllt von Leidenschaft, Euphorie und Trauer. Zunächst am ersten Wochenende des Monats das von Bob Geldof organisierte Open-Air-Konzert im Hyde Park, dessen Titel-Wortspiel «Live-8» die angestrebte...

Von Karthago nach Moskau

Diesmal konnte sich Staats­opern-In­tendant Sir Peter nicht mit den Federn einer Münchner Händel-Erstaufführung schmü­cken, denn schon 1977 wagte sich das Gärtnerplatz-Theater an das Dramma per musica «Alcina». Auch die Inszenierung Christof Loys war bereits vor drei Jahren in Hamburg zu sehen (siehe OW 4/2002). Doch welch ein frischer Zauber wehte durch diese...

Schauplatz Raffinerie, Spielplatz Theater

Max Reinhardt gehört zu Salzburgs Grün­der­vätern. Dennoch musste man, wie so oft schon, bei den Bregenzer Festspielen an einen seiner Aussprüche denken. Nördlich von Verona, hat er einst sinngemäß befunden, solle man mit Frei­luft-Auffüh­rungen zurückhaltend verfahren. Weiß Gott, ruft man sich den Premierentag des Spiels auf der Seebühne ins Gedächtnis. Den ganzen...