Schule der Frauen
Zu spekulieren, ob Mozart sich auf den Pisten des nach ihm benannten Salzburger Ski-Verbundes «Amadè» oder in der unter gleichem Namen im Internet angepriesenen «Erlebnis-Therme» wohlgefühlt hätte, erübrigt sich in Ermangelung solcher Stätten zu seinen Lebzeiten. Ohnehin dürfte «Mens sana in corpore sano» nicht zu den Lebensmottos des Genies gehört haben.
Keinen Zweifel gibt es indes daran, dass der Komponist die französische Version seines vierten Vornamens der deutschen, von der Musikwissenschaft favorisierten Variante Amadeus vorzog; vor allem seine Briefe an Nahestehende unterzeichnete er sehr häufig mit Amadè. Die französische Sopranistin Julie Fuchs versammelt auf ihrem so betitelten Album nun Stücke, die Mozart für die so unterschiedlichen, sämtlich von ihm geliebten Damen mit geläufigen Gurgeln schrieb. Denn zweifellos war er ein großer Verehrer der Frauen – jedoch weder ein «Homme à Femmes» noch ein Casanova oder Don Giovanni. Wolfgang Hildesheimer vermerkt in seiner Mozart-Biografie, der Komponist sei «keiner gewesen, auf den die Damen zweimal sahen». Mozarts größtes Trauma in dieser Hinsicht dürfte die Herablassung gewesen sein, mit der Aloysia Weber ihm in Mannheim ...
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Opernwelt März 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 30
von Gerhard Persché
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