Schritte ins Unsichere
Adriana Hölszky zählt heute zu den innovativsten, profiliertesten Komponistinnen der Gegenwart – umso mehr, als sie sich, anders als so manche prominenten Zeitgenossen, nicht vom Projekt der Moderne verabschiedet hat. Aus Anlass ihres 60. Geburtstags sind 2013 zwei Veröffentlichungen erschienen, die Annäherungen an die gleichermaßen komplexen wie weitverzweigten Klangwelten ihrer Musik unternehmen.
Maria Kostakeva hat dabei das grundlegendere Buch geschrieben, dafür liefern die überwiegend den Musiktheaterarbeiten Hölszkys gewidmeten Aufsätze des «Musik-Konzepte»-Bandes die eindringlicheren Einzelanalysen.
Kostakevas Ausgangs- und Brennpunkt ist «die besondere Klangexpressivität» der Musik Hölszkys, die sie als «Spiegelung von Naturprozessen» interpretiert: «Die Transformationen der ursprünglichen Klangsubstanz und die damit entstehenden Turbulenzen, Explosionen und neue Formung weisen auf die gleichzeitige Anwesenheit von strukturierenden und chaotischen Prozessen in den musikalischen Strukturen.» Im auskomponierten Wechsel von Katastrophe und Ordnung, Konstruktion und Dekonstruktion, Explosion und Stille, von Brüchen und Wucherungen sieht Kostakeva den Grund für die äußerste ...
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Opernwelt Juli 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 34
von Uwe Schweikert
Die Grenzen dessen, was Singen sein kann, zieht der landläufige Opernbetrieb eher eng. Wer abseits der europäischen Hochkultur erfahren will, was außerhalb Europas oder außerhalb der Kunst als schöner oder ausdrucksvoller Gesang gilt, konnte in den vergangenen Jahren bei den Internationalen Festspielen in Bergen mitreißende Erfahrungen machen. An der norwegischen...
Jubilare
Herkunft verpflichtet. Wie Verdi und Toscanini stammt Carlo Bergonzi aus der Region Parma. Er ist mit der Oper aufgewachsen, schon als Sechzehnjähriger nahm er ein Gesangsstudium auf. 1947 debütierte er als Bariton, arbeitete sich dann in diesem Fach drei Jahre durch kleine und mittlere Theater, stand mit Altmeistern wie Beniamino Gigli und Tito Schipa auf...
Der Letzte macht das Licht aus. Er hat es ja auch angemacht. In der Staatsoper Hannover dreht Leporello Glühbirnen in die kleinen Leuchten am Rampenrand, ehe das Spiel beginnt. Und am Ende werden sie wieder eingesammelt. Dazwischen gibt es ein erstaunliches Spiel mit Licht und Schatten, mit Erwartungen und Enthaltungen.
Was man allerdings nicht zu sehen bekommt, ist...
