Schöne, neue Welt
Seit einem Jahr sind die Theater, Opern- und Tanzhäuser des Landes fast durchgehend geschlossen – und haben sich darauf umgestellt, online zu senden. Als neue Normalität lehnen die meisten Theatermenschen diese Form der Vermittlung ab: «Wir sind des Streamens müde», dieser Stoßseufzer ist oft zu hören. Das Theater hängt an der physischen Kopräsenz, es sehnt sich danach, zu ihr zurückzukehren, sein Publikum live zu treffen in dunklen Räumen, in denen Handys ausgeschaltet werden und die Konzentration einkanalig auf die Bühne gerichtet wird.
Dabei ist in diesem pandemischen Streaming-Jahr durchaus einiges Neues, ja Zukunftsweisendes entstanden, und Online-Pioniere ernten die Früchte ihrer Arbeit.
Die größte Entwicklung hat die Sprechtheatersparte durchgemacht – die vor der Pandemie am wenigsten über Aufzeichnung und Ausstrahlung ihrer Produktionen nachgedacht hatte. Spätestens die zweite Welle zwang die Häuser jedoch, ihr Online-Angebot zu professionalisieren, und prompt stieg die Qualität. Sprechtheater wie das Berliner Ensemble, die Schaubühne oder das Theater an der Ruhr, die sich dafür entschieden, wie schon im ersten Lockdown weiterhin aus dem Archiv zu streamen, gruben immer ...
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Opernwelt April 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 16
von Sophie Diesselhorst
Der König ist müde. Um genau zu sein: lebensmüde. Nichts Irdisches vermag ihn mehr zu erfreuen, nicht einmal die Göttin der Gerechtigkeit, die schöne Astraea, Tochter der Titanin Themis und des Göttervaters Zeus, kann daran etwas ändern. Folglich sehnt Siroe, Herrscher über das große Reich Persien, nur noch eines herbei – den Tod. Und ruft, gleichsam in letzter...
Carlo Goldonis Libretto «Il mondo della luna», das auf Cyrano de Bergeracs utopischem Roman «Voyage dans la lune» (1650) und der französischen Adaption einer Commedia-dell’arte-Vorlage basiert, war eines der meistvertonten Opernbücher des 18. Jahrhunderts. Ursprünglich für Baldassare Galuppi geschrieben, wurde es später unter anderem von Niccolò Piccinni, Giovanni...
Sehnsuchtsort
Wer nur einmal in dieser Stadt war, wird sie kaum mehr missen wollen. Venedig, das ist nicht nur eine Perle der Architektur, das ist zudem der Ort, an dem zahllose Komponisten wirkten: Barbara Strozzi, Antonio Caldara, Tomaso Albinoni und natürlich Antonio Vivaldi. Venedig ist voll von ihren Werken, vom Geist dieser Schöpfungen. Ein Rundgang
Temper...
