Müde Recken
Krasnojarsk ist 3.500 Kilometer von Moskau entfernt und zählt mehr als eine Million Einwohner. Es liegt an den nördlichen Ausläufern des Ostsajan, eines Gebirges, dessen landschaftliche Schönheit einen Vergleich mit den Alpen nicht zu scheuen braucht, und am Ufer des Jenissej, den schon Anton Tschechow als schönsten Fluss Russlands bezeichnete. Gleichviel: Die Stadt hat ihr hässliches Gesicht aus sowjetischer Zeit noch nicht ganz abgelegt, und das, obwohl große, repräsentative Kulturoasen wie die Philharmonie und ein Museumszentrum entstanden.
Auch das öffentliche Leben der Stadt – Cafés, Restaurants, Bars und Klubs – zeigt absolut europäischen Standard, sowohl was ihr Design als auch, was die kulinarische Seite betrifft.
Das Operntheater wurde 1978 eröffnet und bot dem Publikum sofort zahlreiche Klassiker des Repertoires. Dass die Arbeiten junger, mutiger Regisseure in Krasnojarsk lange Zeit nicht gefragt waren, lag vor allem daran, dass vor 20 Jahren Sergei Bobrov, Tänzer und Choreograf aus Moskau, zum Künstlerischen Leiter von Ballett und Oper berufen wurde und seither den konservativen Kurs des Hauses bestimmte. Das Resultat waren anspruchslose, kitschig-süßliche ...
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Opernwelt April 2021
Rubrik: Magazin, Seite 61
von Alexej Parin
Erinnern wir uns. 1971, das war nicht nur das Jahr, in dem Igor Strawinsky starb, Willy Brandt den Friedensnobelpreis erhielt und in der Bundesrepublik Deutschland Tausende Frauen gegen den Abtreibungsparagrafen 218 demonstrierten, nicht nur das Jahr, in dem das Berlinabkommen der vier Siegermächte sowie das Transit-Abkommen zwischen den beiden deutschen Staaten in...
Im Bewusstsein vieler deutscher Musikfreunde existiert André Messager (1853–1929) wohl allenfalls als Dirigent der Uraufführung von Debussys «Pelléas et Mélisande» (1902), in Frankreich hingegen gilt er als einer der erfolgreichsten Komponisten seiner Epoche. An die 30 Opern und Operetten hat Messager geschrieben, von letzteren ist «Véronique» (1898) bis heute im...
JUBILARE
Paul Frey studierte am Konservatorium von Toronto. 1977 kam er nach Europa und wurde ein Jahr später ans Theater Basel verpflichtet, wo er als Massenets Werther debütierte und anschließend in den großen Tenorpartien zahlreicher Opern Mozarts («Idomeneo», «Don Giovanni», «La clemenza di Tito») und Verdis («Rigoletto», «Macbeth», «Simon Boccanegra») sowie...
