Schmerzvoll schön

Knausgård: Solveig [Die Erwartung]
STRASBOURG | OPÉRA NATIONAL DU RHIN

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Arg viel wissen wir nicht über dieses Mädchen. Sie lernt Peer Gynt beim Tanz kennen und ist gleichermaßen abgestoßen wie angezogen von seinem ungeschlachten Wesen. Und – sie ist geduldig. Solveig wartet und erträgt es in stoischer Ruhe, dass dieser «Peer Leichtfuß» sie immer wieder verlässt. Am Ende wird er ja doch zurückkehren in ihren Schoß.

Wer weiß, ob diese Frauenfigur in Ibsens Versepos nicht völlig untergegangen wäre, hätte Edvard Grieg ihr in seiner Bühnenmusik nicht zwei seiner berührendsten Lieder geschenkt?

Wer ist Solveig, was bewegt sie? Diese Frage stellen Calixto Bieito und Karl Ove Knausgård in ihrer rund 75-minütigen «passion symphonique» mit dem Titel «Solveig (l’attente)». Es geht also um das Warten in diesem intimen Psychodrama, das die Opéra national du Rhin vom Bergen International Festival übernommen hat und nun im Rahmen des Musica-Festivals spielte. Der katalanische Regisseur und der norwegische Schriftsteller spüren nur dieser Figur nach, und schon das signalisiert, dass Theater hier zu einem Akt seelischer Entblößung wird. Der Zuschauer ist eingeladen, an den Innenwelten Solveigs teilzuhaben. Knausgård legt Schicht um Schicht der Titelfigur frei, ohne ...

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Opernwelt November 2020
Rubrik: Panorama, Seite 44
von Alexander Dick

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