Schmerzende Helle
«Nichts dazu sage ich», sind die ersten Worte des Königs Arkel. «Ich weiß nicht, was ich sage... Ich weiß nicht, was ich weiß... Ich sage nicht mehr, was ich will...», spricht die sterbende Mélisande. Es ist eine geheimnisvolle Welt des Schweigens, eine archetypische Traumwelt symbolbefrachteter Räume, in der Debussys einzige vollendete Oper «Pélleas et Mélisande» spielt.
Die Menschen in Allemonde – dem Schauplatz von Maurice Maeterlincks Schauspiel, das Debussy sich selbst als Text eingerichtet hat – leben wie Somnambule, wie Blinde unterm Bann der Todeserwartung in einer labyrinthischen, nebelhaft verschwimmenden Welt, in der niemals die Sonne scheint, man also auch den Himmel nicht sieht.
Kazuko Watanabe hat für Jossi Wielers und Sergio Morabitos erstmals in Hannover gezeigte Inszenierung (siehe OW 6/2003), die die beiden Regisseure jetzt in Stuttgart in überarbeiteter Form neueinstudiert haben, alle Erwartungen einer düsteren Familiengruft unterlaufen. Ihr weißer, fensterloser Einheitsraum – eine Mischung aus steriler Krankenhaus- und funktionaler Büroatmosphäre – verlegt die Handlung in einen nach hinten sich verengenden Korridor, der vorne Einblick in zwei kleinere Salons ...
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Die Pressekonferenzen des derzeitigen Direktors der Wiener Staatsoper haben stets etwas von Kabarett. Ioan Holenders Kommentare zur österreichischen Kulturpolitik – etwa zum Ende März veröffentlichten neuen Kulturbudget – lassen an Schärfe nie zu wünschen übrig. «Zehn Millionen Mehrbedarf mindestens hat man ausgerechnet für alle drei Häuser, und jetzt sind es...
Schwein oder nicht Schwein? Vor den Toren des Mecklenburgischen Staatstheaters in Schwerin ist die hamletisch angewehte Frage rasch geklärt. Ein Schweinehund sei dieser Don Giovanni, den man sogleich erleben werde, befinden zwei Damen nach Durchsicht des (im Übrigen lesenswerten) Programmbuchs. Betritt wenig später Mikael Babajanyan in azurblauem Samtgewand...
Kann sich ein Regisseur das entgehen lassen? Da spielt in der Oper um die dreihundertjährige Lebensgeschichte der Sängerin Emilia Marty das Kürzel E. M. eine wichtige, wenn auch zunächst rätselhafte Rolle, bis sich herausstellt, dass sich hinter den Buchstaben zwar stets dieselbe Person verbirgt, wenn auch mit mehreren verschleiernden Identitäten, die ebenfalls...
