Emilia Monroe
Kann sich ein Regisseur das entgehen lassen? Da spielt in der Oper um die dreihundertjährige Lebensgeschichte der Sängerin Emilia Marty das Kürzel E. M. eine wichtige, wenn auch zunächst rätselhafte Rolle, bis sich herausstellt, dass sich hinter den Buchstaben zwar stets dieselbe Person verbirgt, wenn auch mit mehreren verschleiernden Identitäten, die ebenfalls unsterblich ist. Dann erscheint eine Schauspielerin, deren Nachname mit einem «M» beginnt. Fertig ist die Parallele: Emilia Marty alias Emilia Makropulos ist auch Emilia Monroe.
Zwar ist Marilyn Monroe nur sechsunddreißig Jahre alt geworden, aber im Zeitalter der Reproduzierbarkeit des Kunstwerks könnte sie eine ähnliche Lebenszeit erreichen wie das Opernvorbild Emilia Marty.
Die Querverweise könnte man noch weiter fortsetzen: In Janáceks Oper «Die Sache Makropulos» stirbt Emilia Marty gleichsam in Echtzeit im Jahr der Uraufführung 1926. Im Jahr 1926 wurde auch Marilyn Monroe geboren, und wenn man so will, partizipierte auch sie noch von dem geheimnisvollen Medikament des Arztes Hieronymus Makropulos, das dieser Ende des 16. Jahrhunderts für den Kaiser Rudolf II. mischte, um diesem eine drei Jahrhunderte währende ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ein Blick genügt, das Drama zu schauen. Wo gewöhnlich Fauteuils sich befanden, teure Teppiche, kristallene Leuchter, schmucke Vasen und imposante Spiegel, da steht jetzt, im Deutschen Theater Berlin, vor geschlossenem rotem Vorhang, nicht mehr als ein braunlederner Dreiteiler auf einer Spielfläche von höchstens neun Quadratmetern. Nichts ist übrig geblieben vom...
In seiner Klage über das Fehlen von komischen Opern sagt Peter Cornelius, die Deutschen hätten zwar ihre Tragiker gehabt, aber ein Aristophanes sei noch nicht da gewesen. Es ist zweifelhaft, ob Walter Braunfels rund fünfzig Jahre später das auch von Friedrich Nietzsche herbeigesehnte aristophanische Gelächter im Sinn hatte, ob er also mit seiner Vertonung der...
Der viel gerühmte Wiener Mozart-Stil der Nachkriegszeit wurde wesentlich von der Arbeit des Dirigenten Josef Krips geprägt, einem uneitlen, sensiblen Musiker, der beim Probieren zugleich ein Präzisionsfanatiker war. Dass er nur zwei Mozart-Opern, «Die Entführung aus dem Serail» und «Don Giovanni», auf Schallplatten einspielen konnte, ist zu bedauern. Desto mehr...
