Emilia Monroe
Kann sich ein Regisseur das entgehen lassen? Da spielt in der Oper um die dreihundertjährige Lebensgeschichte der Sängerin Emilia Marty das Kürzel E. M. eine wichtige, wenn auch zunächst rätselhafte Rolle, bis sich herausstellt, dass sich hinter den Buchstaben zwar stets dieselbe Person verbirgt, wenn auch mit mehreren verschleiernden Identitäten, die ebenfalls unsterblich ist. Dann erscheint eine Schauspielerin, deren Nachname mit einem «M» beginnt. Fertig ist die Parallele: Emilia Marty alias Emilia Makropulos ist auch Emilia Monroe.
Zwar ist Marilyn Monroe nur sechsunddreißig Jahre alt geworden, aber im Zeitalter der Reproduzierbarkeit des Kunstwerks könnte sie eine ähnliche Lebenszeit erreichen wie das Opernvorbild Emilia Marty.
Die Querverweise könnte man noch weiter fortsetzen: In Janáceks Oper «Die Sache Makropulos» stirbt Emilia Marty gleichsam in Echtzeit im Jahr der Uraufführung 1926. Im Jahr 1926 wurde auch Marilyn Monroe geboren, und wenn man so will, partizipierte auch sie noch von dem geheimnisvollen Medikament des Arztes Hieronymus Makropulos, das dieser Ende des 16. Jahrhunderts für den Kaiser Rudolf II. mischte, um diesem eine drei Jahrhunderte währende ...
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