Wien und der Rest der Welt
Die Pressekonferenzen des derzeitigen Direktors der Wiener Staatsoper haben stets etwas von Kabarett. Ioan Holenders Kommentare zur österreichischen Kulturpolitik – etwa zum Ende März veröffentlichten neuen Kulturbudget – lassen an Schärfe nie zu wünschen übrig. «Zehn Millionen Mehrbedarf mindestens hat man ausgerechnet für alle drei Häuser, und jetzt sind es fünf, und das erst im nächsten Jahr. So als wären wir irgendwelche Händler in einem Bazar, die von vorneherein den doppelten Preis verlangen, weil sie wissen, dass man sich dann auf die Hälfte einigt.
Das ist respektlos und beleidigend.» Die Ausschreibung zu seiner Nachfolge bezeichnete er als «Farce». «Wenn wir Glück haben, bewirbt sich niemand. Wenn doch, kann man sicher sein, dass niemand ernannt wird, der sich beworben hat.»
Probleme drohen auch von den Wiener Philharmonikern, die als Staatsopernorchester zum Dienst in der Oper verpflichtet sind, der ihnen aber immer lästiger zu fallen scheint. Holender verwies auf den Passus in deren Statuten, nach dem jeder Philharmoniker mindestens zwei Jahre vorher Mitglied des Staatsopernorchesters gewesen sein muss. Es sei eine Symbiose, die schwieriger werde, man müsse die ...
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